
24,84 kg in Größe L (mit Zubehör) | 8.999 € | Hersteller-Website
Tradition trifft E-Power: Seit über 25 Jahren gehört das CENTURION No Pogo fest zum Line-up der Schwaben, und der Name soll immer noch Programm sein: kein lästiges Wippen des Hinterbaus, sondern volle Effizienz beim Pedalieren – No Pogo bedeutet also kein Auf und Ab wie beim Pogo-Stick.
Das CENTURION No Pogo Carbon ist die Weiterentwicklung des bisherigen Aluminium-Modells und positioniert sich preislich wie auch ausstattungstechnisch eine Klasse höher. Geometrie und Konzept orientieren sich weiterhin am R3000, doch der leichtere Carbon-Rahmen und die High-End-Ausstattung drücken das Gewicht in Größe L auf rund 25 kg. An den Eckdaten hat sich sonst nichts geändert: Bosch Performance Line CX, Mullet-Setup mit 29”-Vorderrad und 27,5”-Hinterrad sowie 170 mm Federweg an Front und Heck. Mit 8.999 € ist das CENTURION No Pogo nicht gerade ein Schnäppchen, dafür sollte man für sein Geld viel bekommen. Ob das neue No Pogo R7000 nur auf dem Papier glänzt oder auch auf dem Trail, erfahrt ihr hier.
Das CENTURION No Pogo Carbon im Detail
Das No Pogo Carbon ist ein Bike, das mit viel Liebe zum Detail entwickelt wurde. Das gilt für die Ladeport-Abdeckung ebenso wie für den in der hinteren Steckachse untergebrachten 4er-Inbus, der mit einem Flaschenöffner kombiniert wurde. Pfiffig!


Aber von vorne – oder besser gesagt: von oben. Am Cockpit des No Pogo laufen die Züge durch den Steuersatz in den Rahmen, was für einen cleanen Look sorgt. Die Formensprache des No Pogos ist ansprechend: Das Bike kommt mit klaren Kanten, die flüssig ineinander laufen und für ein cleanes Gesamtbild sorgen. Kleine Details wie die Kühlrippen am Steuerrohr sind nette Akzente, die sich stimmig ins Gesamtbild des Bikes einfügen.
Licht am E-Enduro? Da scheiden sich die Geister. Wir gehören zur Fraktion „Schadet nicht – solange die Integration passt.“ Das Rücklicht ist unauffällig ins Ausfallende integriert, dort sitzen zwei kleine Quadrate mit LED-Streifen, die hell leuchten. Das Frontlicht von Supernova wirkt hingegen etwas lieblos vor den Lenker gesetzt – was eher an ein Performance-SUV-Bike erinnert. Dafür lässt es sich einfach ein- und ausschalten durch langes Halten des +-Knopfs an der Mini Remote.Der verbaute Bosch Performance Line CX Gen5-Motor liefert mit dem optionalen Performance-Update bis zu 100 Nm maximales Drehmoment. Das sorgt für spürbar mehr Punch, steigert aber auch den Verschleiß des Antriebs – und frisst obendrein mehr Energie. Was die Energie angeht, so steckt im Unterrohr ein Bosch PowerTube 800-Wh-Akku, der, wenn man nicht gerade dauerhaft im Turbo-Modus fährt, einen auch für längere Touren im Sattel unterstützt.


Erreichbar ist der entnehmbare Akku über ein Plastik-Cover mit Drehverschluss. Zusätzlich ist er per Schlüssel gesichert, was gegen Langfinger hilft, wenn man sein No Pogo R7000 etwa auch zum Pendeln nutzt. Damit man sein Bike nach dem Ride mit neuer Energie versorgen kann, sitzt der bereits angesprochene Ladeport oberhalb des Motors. Zum Laden wird die Abdeckung gelöst und elegant in den Rahmen eingeschoben – so wackelt nichts und die Gefahr, dass sie abbricht oder stört, ist gebannt. Wem die 800 Wh nicht reichen, der kann an den Anschraubpunkten am Unterrohr den Bosch PowerMore Range Extender mit 250 Wh Extra-Energie montieren. Wer Gewicht und Preis drücken will, kann das No Pogo R7000 auch mit 600-Wh-Akku wählen – ab 8.799 €.
Übrigens ist beim CENTURION No Pogo R7000 auch das neue Bosch Kiox 400C-Display clean ins Oberrohr gewandert, das alle Fahrdaten übersichtlich anzeigt und eine USB-C-Ladebuchse bereithält – nice!
Spoiler: Was die Geräuschkulisse am CENTURION betrifft, arbeitet der Kettenschutz effektiv und hält den Kettenschlag in Zaum. Falls es doch mal laut zischt, ist in der Regel Luft aus einem Reifen entwichen. Für diesen Fall bietet CENTURION eine Rahmentasche an, die Platz für einen Ersatzschlauch bietet – praktisch, wenn man auf der Feierabendrunde keinen Rucksack dabei haben will.

Die Ausstattung des neuen CENTURION No Pogo Carbon
Unser Test-Bike war mit der elektronischen Shimano XTR Di2-Schaltgruppe ausgestattet – serienmäßig kommt das CENTURION No Pogo R7000 allerdings mit der Shimano XT Di2. Beide Varianten beziehen ihre Energie aus dem Haupt-Akku. Einen tieferen Einblick in die Shimano-Schaltgruppen und deren Performance findet ihr bei unserem Schwestermagazin ENDURO.
Was das Fahrwerk angeht, setzt CENTURION auf hochwertige Komponenten aus dem Hause FOX. Hier bekommt ihr ein komplettes FOX-Factory-Fahrwerk mit 38er-Gabel und GRIP X2-Kartusche vorne sowie FOX Float X2 Factory-Dämpfer hinten. Beide Federelemente bieten umfassende Einstellmöglichkeiten und 170 mm Federweg.


Halt, Stopp! Jetzt bremst die TRP EVO Pro – eine Vierkolbenbremse, die ordentlich Power hat und sich gut ins Gesamtbild des Bikes einfügt. Die Scheibenbeißer sind in Sachen Hebelergonomie und Dosierbarkeit zusammen mit 203-mm-Scheiben top. Montiert sind die Bremsen-Geber an einem Race Face ERA Carbon-Lenker.
Vom Lenker bis zum Reifen: CENTURION bestückt das No Pogo vorne mit einem Schwalbe Magic Mary in der Trail-Karkasse und der weichen Ultra Soft-Gummimischung. Hinten kommt ein Schwalbe Albert in der robusteren Gravity-Karkasse mit etwas härterer Soft-Mischung zum Einsatz – sinnvoll, da sich der Hinterreifen so nicht so schnell abnutzt. Aufgezogen sind die Schwalbe-Reifen auf robusten DT Swiss HX 1700-Aluminium-Laufrädern.
CENTURION No Pogo R7000
8.999 €
Ausstattung
Motor Bosch Performance Line CX Gen5 100 Nm
Akku Bosch PowerTube 800 Wh
Display Bosch Kiox 400C
Federgabel FOX 38 Factory GRIP X2 170 mm
Dämpfer FOX Float X2 Factory 170 mm
Sattelstütze PROCRAFT Drop Ultimate 230 mm
Bremsen TRP EVO PRO 203/203 mm
Schaltung Shimano XT(R) Di2, LINKGLIDE 1x12
Lenker Race Face ERA Carbon 800 mm
Laufradsatz DT Swiss HX 1700 29"/27,5"
Reifen Schwalbe Magic Mary, Super Trail, Ultra Soft/Albert Trail, Gravity, Soft 2,5"/2,5"
Technische Daten
Größe S M L XL
Gewicht 24,84 kg
Zul. Gesamtgewicht 150 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme nein
Besonderheiten
Scheinwerfer Supernova MINI 3
Weitere Ausstattungsvarianten des CENTURION No Pogo Carbon
Neben dem Top-Modell R7000 bringt CENTURION auch das R5000, das ebenfalls auf einen Carbon-Rahmen setzt.
Im Unterschied zum Top-Modell kommt hier jedoch ein FOX Performance-Fahrwerk zum Einsatz – was in Sachen Trail-Performance nicht mit dem Factory Modell mithalten kann. Bei der Schaltung verbaut CENTURION eine mechanische Shimano DEORE XT statt der elektronischen Variante. Unterschiede gibt es zudem beim Frontlicht und den Laufrädern: Das R5000 rollt auf den etwas günstigeren und schwereren DT Swiss H 1900-Aluminium-Laufrädern. Das Supernova Mini 3-Licht wird durch das Lezyne Fusion E550 ersetzt. Preislich liegt das CENTURION No Pogo R5000 bei 7.699 € mit 800-Wh-Akku und 7.499 € mit 600 Wh.
Die Geometrie des neuen CENTURION No Pogo Carbon
Auffallend unauffällig: Die Geometrie des CENTURION No Pogo R7000 entspricht dem, was man von einem modernen E-Mountainbike erwartet. In Größe L liegt der Reach bei moderaten 480 mm, mit gleichmäßigen Abstufungen von 25 mm zwischen den Größen S–XL. Das Sitzrohr misst in L 440 mm, mit jeweils 20 mm Unterschied zwischen den Rahmengrößen. So kann man die Größe gezielt nach Reach wählen – wer es wendiger mag, greift eine Nummer kleiner und kompensiert die Sitzhöhe mit einer längeren Dropper. Einzig die Kettenstreben sind auffällig kurz mit 438 mm über alle Größen hinweg – das soll für ein agileres Handling sorgen, kann aber auf schnellen, ruppigen Passagen etwas Laufruhe kosten.
Der Hub der Dropper-Post ist je nach Rahmenhöhe abgestuft: S = 150 mm, M = 170 mm, L = 200 mm, XL = 230 mm.
| Größe | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Sitzrohrlänge | 390 mm | 420 mm | 440 mm | 460 mm |
| Oberrohrlänge | 571 mm | 597 mm | 624 mm | 651 mm |
| Steuerrohrlänge | 110 mm | 115 mm | 125 mm | 135 mm |
| Lenkwinkel | 64.5° | 64.5° | 64.5° | 64.5° |
| Sitzwinkel | 77.5° | 77.5° | 77.5° | 77.5° |
| Kettenstreben | 438 mm | 438 mm | 438 mm | 438 mm |
| BB Drop | 25 mm | 25 mm | 25 mm | 25 mm |
| Radstand | 1209 mm | 1236 mm | 1265 mm | 1294 mm |
| Reach | 430 mm | 455 mm | 480 mm | 505 mm |
| Stack | 637 mm | 641 mm | 651 mm | 660 mm |
Das neue CENTURION No Pogo Carbon auf dem Trail
Bereits im August hatten wir die Gelegenheit, das neue CENTURION No Pogo R7000 Carbon zwei Tage lang auf den Trails rund um Sasbachwalden im Schwarzwald zu fahren. Bei sommerlichen Bedingungen ging es über lange Anstiege, technische Uphills und knackige Abfahrten – perfekte Bedingungen, um einen ersten Eindruck zu sammeln.
Die Sitzposition ist eine gelungene Mischung aus Komfort und Sportlichkeit. Man tritt gut von oben in die Pedale und kann so auch längere Touren entspannt fahren. Auf der ersten Forststraße spürt man sofort die Power des Bosch CX-Motors. Bis zum technischen Uphill lässt es sich gemütlich im Turbo-Modus shutteln.
Sobald das Gelände steiler und anspruchsvoller wird, punktet das CENTURION mit direktem Handling und guter Traktion am Hinterbau. Wippen? Fehlanzeige – an den Lockout-Hebel des Dämpfers haben wir keinen Gedanken verschwendet. Im technischen Uphill schiebt einen das Bike förmlich nach oben. Der per Software-Update verfügbare eMTB+-Modus mit Extended Boost verlängert den Schub nach jedem Pedaltritt. So hat man einen spürbar längeren Nachlauf, der sich durch kurze Pedalkicks in seiner Länge steuern lässt. Dadurch lassen sich Stufen oder knifflige Passagen leichter meistern. Oben angekommen, belohnt Sasbachwalden mit einem Panorama, das bis nach Frankreich reicht – ein Moment, der uns daran erinnert, warum wir E-Mountainbiken so verdammt lieben.
Bergab fühlt man sich gut ins Bike integriert. Die Balance zwischen Front und Heck ist stimmig, und auf Flowtrails sorgt das poppige Fahrwerk für jede Menge Spaß. Trotz 24,84 kg kg (mit Zubehör) wirkt das No Pogo R7000 erstaunlich agil – nicht zuletzt dank des kleinen Hinterrads und der kurzen Kettenstreben. In ruppigen Steinpassagen und verblocktem Terrain bleibt es laufruhig, verlangt aber eine aktive Fahrweise. Wer das Bike bewusst steuert, wird mit viel Kontrolle und Spaß belohnt. Der Kettenstrebenschutz hält die Kette im Zaum und sorgt für eine leise Abfahrt. Allerdings klappert das Akku-Cover bei ruppiger Abfahrt etwas lauter, als man sich das wünscht. Das Fahrwerk dämpft kleine Schläge ebenso souverän wie größere Stufen. Bei Sprüngen und in Anliegern hält es ausreichend Reserven bereit, um auch unsaubere Landungen abzufedern und Sicherheit zu vermitteln – perfekt, um den ein oder anderen Sprung gleich noch einmal zu versuchen.
Für wen ist das neue CENTURION No Pogo Carbon?
Das CENTURION No Pogo Carbon richtet sich in erster Linie an Fahrer, die Wert auf durchdachte Details legen. Mit Features wie dem integrierten Licht und der praktischen Rahmentasche ist es auf fast jedes Szenario vorbereitet – vom Feierabend-Ride bis zur langen Alpentour.
Es ist ein Bike für alle, die etwas mehr wollen: leichter als das klassische No Pogo R, mit hochwertiger Ausstattung und sportlichem Anspruch. Perfekt für ambitionierte Enthusiasten, aber auch für Einsteiger geeignet – solange man sich etwas Zeit nimmt, um das Bike kennenzulernen, bevor man es auf den Trails richtig krachen lässt.
Fazit zum neuen CENTURION No Pogo Carbon
Das CENTURION No Pogo R7000 mit Carbon-Rahmen hinterlässt einen starken ersten Eindruck. Die Ausstattung spielt klar in der High-End-Liga und lässt nur wenig Raum für Wünsche. Bergab zeigt das No Pogo R7000 eine ausgewogene Balance aus Agilität und Laufruhe – Eigenschaften, die auch Einsteiger nach einer kurzen Eingewöhnungsphase schätzen werden. Kleine Kritikpunkte gibt es dennoch: Das Akku-Cover neigt zum Klappern, und das nicht ganz so elegant integrierte Frontlicht könnte Design-Liebhaber stören. Insgesamt ist das No Pogo R7000 aber ein vielseitiges E-MTB mit Liebe zum Detail. Wir sind gespannt, wie sich das Bike im Langzeittest schlägt.
Tops
- intuitives, agiles und sicheres Fahrverhalten
- integrierte Lichtanlage
- sinnvolle Detaillösungen
Flops
- Akku-Cover klappert
Mehr Information findet ihr unter Centurion.com
Words: Robin Ulbrich Photos: Robin Ulbrich, CENTURION


