Performance ohne Kompromisse! Das verspricht BULLS mit ihrem SONIC EVO AM 3 ABS. Dafür bestückt der Hersteller das E-MTB mit Bosch Performance Line CX-Motor, ABS-Bremssystem und Mullet-Setup. Trotz dieser Features hat das BULLS SONIC EVO mit 6.299 € den niedrigsten Preis im Vergleichstest. Wie schlägt es sich gegen die anderen vier Bikes im Testfeld?

BULLS SONIC EVO AM 3 | Bosch Performance Line CX /750 Wh | 150/150 mm (v/h)
26,1 kg in Größe L | 6.299 € | Hersteller-Website

BULLS ist einer der bekanntesten Bike-Hersteller Europas. Für unseren E-Mountainbike-Vergleichstest bis 7.000 € haben sie uns ihr SONIC EVO AM 3 ABS geschickt. Die SONIC-Modellreihe gibt es in verschiedenen Ausstattungs-, Antriebs-, und Federwegs-Varianten. Wir konnten bereits das BULLS SONIC EVO AM SX-I in unserem großen E-Mountainbike-Vergleichstest testen und auch im letzten Vergleichstest bis 7.000 € hat BULLS mit ihrem SONIC EVO EN-SL 1 teilgenommen. Das Modell in diesem Test, das SONIC EVO AM 3 ABS, kommt aber nicht wie die vorherigen Test-Bikes mit Shimano EP801- oder Bosch Performance Line SX-Motor. Stattdessen ist es mit dem Bosch Performance Line CX-Motor ausgestattet, außerdem mit gemischten Laufradgrößen und 150/150 mm Federweg. Preislich ist unser BULLS SONIC EVO eine echte Ansage, denn das SONIC EVO AM 3 ABS geht für 6.299 € über die Ladentheke und ist das günstigste E-MTB im Vergleichstest. Damit bleiben euch noch knapp 700 € für weitere Upgrades, wenn ihr unter der 7.000-€-Grenze bleiben wollt. In Sachen Gewicht rutscht das BULLS SONIC EVO mit 26,1 kg in Größe L zusammen mit dem MERIDA eONE-SIXTY 875 schnell ans hintere Ende des Testfelds – die beiden sind die schwersten E-Mountainbikes im Vergleichstest. Bei dem zulässigen Gesamtgewicht von 150 kg bleiben euch noch ganze 124 kg für Zuladung übrig. Damit hat das SONIC EVO die höchste maximale Zuladung im Testfeld. SONIC – übersetzt bedeutet das soviel wie Schall. Doch ob das BULLS SONIC EVO AM 3 ABS auch in Schallgeschwindigkeit über die Trails jagt? Wir haben die Antworten!

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste E-Mountainbike 2024 bis 7.000 € – 5 günstige E-MTBs im Test

Toro Toro! – Was macht das BULLS SONIC EVO aus?

Optisch fällt die für die SONIC-Modellreihe typische klare Formensprache auf, bei der Sitzstreben und Oberrohr eine durchgängige Linie bilden. Im Gegensatz zur schlichten Lackierung der anderen Bikes im Test ist das BULLS SONIC EVO in eine etwas auffälligere, grüne Lackierung gehüllt. Schweißnähte findet man am SONIC nur am Hinterbau, denn der wurde aus Aluminium geschweißt. Der Hauptrahmen wurde wie das Propain Sresh oder das Canyon Strive:ON aus Carbon gefertigt. Dadurch wirkt der Rahmen wie aus einem Guss, nur der Knick im Oberrohr trübt nach unserem Geschmack die Optik etwas. An dem Knick schlägt zudem der Bremshebel beim Eindrehen an, wodurch das Oberrohr schnell zerkratzt wird.

Auch nicht ganz nach unserem Geschmack ist der Tretlagerbereich des BULLS SONIC EVO, bei dem der Bosch Performance Line CX-Motor nicht ganz so schön integriert ist wie beim Canyon Strive:ON. Dadurch wirkt er etwas klobig. Mit 85 Nm und 600 Watt Maximalleistung liefert der Motor ordentlich Power. Gespeist wird er vom Bosch PowerTube-Akku mit 750 Wh, der im Unterrohr seinen Platz findet. Kleine Fahrer, die Rahmengröße S benötigen, müssen sich leider mit dem kleineren 625 Wh Akku zufriedengeben. Sie sind jedoch in der Regel auch leichter, benötigen weniger Strom für vergleichbare Reichweiten und profitieren sogar von einer Gewichtsersparnis des kleineren Akkus und gleichzeitig 200 € Preisnachlass. Egal welcher Akku, er lässt sich über alle Rahmengrößen hinweg bequem seitlich aus dem Unterrohr entnehmen und ist im verbauten Zustand im Bike durch ein Schloss gesichert. Dadurch hat das BULLS SONIC EVO die bequemste Akkuentnahme im Test. Der FIDLOCK-Flaschenhalter am Unterrohr dient gleichzeitig auch als Verriegelung für die Abdeckung des Akkufachs. Wer den Akku im verbauten Zustand im Bike laden will, kann das auch über den Ladeport am oberen Ende des Unterrohrs vornehmen. Ein Display sucht man am BULLS SONIC EVO vergebens, nur ein Bosch System Controller im Oberrohr bietet in verschiedenen Farben Übersicht über Akkustand und Unterstützungsstufe. Gesteuert werden kann das Motorsystem aber auch über die Bosch Mini Remote am Lenker.

Die verbaute SR Suntour 36 AION-Federgabel sowie der SR Suntour EDGE Comp 2CR-Luftdämpfer bieten beide nur wenig Einstellungsmöglichkeiten und eine geringe Trail-Performance.
Der FIDLOCK-Flaschenhalter trägt nicht nur eine Trinkflasche, sondern dient auch gleichzeitig zur Verriegelung der Abdeckung des Akkufachs. Clever!
Das Bosch ABS-Bremssystem wurde am SONIC EVO mit den TRP Trail EVO ABS 2.3-Bremsen kombiniert und verhinderte zuverlässig das Blockieren des Vorderrads.

Ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleichstest hat das BULLS SONIC EVO durch das verbaute Bosch ABS-Bremssystem. Das soll durch einen Öldrucksensor und Raddrehzahlsensoren an beiden Rädern erkennen, wenn die Bremsen blockieren, und die Bremskraft mit einer speziellen Software automatisch anpassen. Dadurch wird laut Hersteller ein vollständiges Blockieren des Vorderrads vermieden. Das ABS-Bremssystem wurde am BULLS SONIC EVO mit den TRP Trail EVO ABS 2.3-Bremsen kombiniert, die sowohl vorne als auch hinten auf 203 mm große Bremsscheiben zugreifen.
Das Gehirn der Bremsanlage, die Bosch ABS Kontrolleinheit, sitzt in Form eines schwarzen Kästchens an der verbauten SR Suntour 36 AION-Federgabel mit 150 mm Federweg (heißt in der Serie BULLS Lytro 36 Supreme SL 1.8 Boost). Die konnte mit ihrer schlechten Einstellbarkeit leider nicht überzeugen, denn zum Verstellen des Rebounds braucht man sehr viel Kraft in den Fingern. Hier sollte man lieber gleich zum Werkzeug greifen. Auch optisch wirkt die Federgabel nicht sonderlich hochwertig und selbst der Gabelschaft wurde nicht farblich angepasst. Am Heck arbeitet ein SR Suntour EDGE Comp 2CR-Luftdämpfer, der 150 mm Federweg generiert und bis auf den Rebound keine weiteren Einstellungen vornehmen lässt.

Aufgebaut ist das E-Mountainbike mit gemischten Laufradgrößen mit 29” vorne und 27,5” hinten. Auf den Mavic Crossride 1 CL MS Alu-Felgen sind Reifen aus dem Hause Schwalbe aufgezogen: vorne ein 2,6” breiter Magic Mary Performance und hinten ein 2,4” breiter Big Betty Performance. Reifen aus der Schwalbe Performance-Serie haben wir schon lange nicht mehr an unseren Test-Bikes gesehen. Entgegen ihrem Namen liefern sie weder eine hohe Performance noch Grip.
Geschaltet wird am SONIC EVO AM 3 ABS mit einem 12-fach Shimano DEORE XT-Schaltwerk, das leider nur mit einer DEORE-Kassette kombiniert wird.

Zur Übersicht über das Motorsystem dient der formschön ins Oberrohr eingelassene Bosch System Controller.
Der Bosch Performance Line CX-Motor wurde zwar nicht formschön im Tretlagerbereich integriert, leistet mit 600 Watt Maximalleistung und 85 Nm Drehmoment aber ordentlich Power.

BULLS setzt am SONIC EVO auf eine umfangreiche Alltagsausstattung und verbaut neben der MonkeyLink-Halterung für ein Frontlicht (das im Lieferumfang aber nicht enthalten ist) zusätzlich MonkeyLink Twinlight-Rücklichter in den Sitzstreben ein. Durch die cleane Integration stört das beim Fahren nicht und wir würden uns ab Werk verbaute Lichtanlagen an mehr E-MTBs wünschen.

BULLS SONIC EVO AM 3

6.299 €

Ausstattung

Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
Akku Bosch PowerTube 750 Wh
Display Bosch System Controller
Federgabel SR Suntour 36 AION 150 mm
Dämpfer SR Suntour EDGE Comp 2CR 150 mm
Sattelstütze LIMOTEC Alpha 1 150 mm
Bremsen TRP Trail Evo ABS 2.3 203/203 mm
Schaltung Shimano XT/DEORE 1x12
Vorbau BULLS MTB SLS 50 mm
Lenker BULLS riserbar 780 mm
Reifen Schwalbe Magic Mary Performance / Schwalbe Big Betty Perfomance 2,6/2,4

Technische Daten

Größe S M L XL
Gewicht 26,1 kg
Zul. Gesamtgewicht 150 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment 124 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme nein

Besonderheiten

MonkeyLink Lichtanlage mit Rücklicht

Tuning-Tipp: Mit knapp 700 € Budget bis zur 7000-€-Marke bleibt euch noch genug Spielraum, um griffigere Reifen mit gröberem Profil nachzurüsten

Was kann das BULLS SONIC EVO im Praxistest?

Schwingt man sich auf das BULLS SONIC EVO, nimmt man eine etwas gestreckte Sitzposition ein. Dadurch ist die Position auf dem Bike nicht ganz so bequem wie zum Beispiel beim MERIDA eONE-SIXTY 875 und man muss hier Abstriche im Komfort machen. In puncto Motorleistung unterstützt der Bosch Performance Line CX aber kräftiger als der Shimano EP801-Motor im MERIDA, trotz gleichem Drehmoment. Das BULLS SONIC EVO meistert den Uphill solide, sowohl auf flachen Forstwegen als auch in steilen Abschnitten, kommt aber nicht an die Kletterfähigkeiten der anderen E-MTBs im Vergleichstest ran.

Das BULLS SONIC EVO AM3 ABS hat die bequemste Akkuentnahme im Testfeld, denn die Bosch PowerTube-Batterie lässt sich seitlich aus dem Unterrohr entnehmen.

Aufgrund des fordernden Handlings bedarf es einer erfahrenen Hand, um das BULLS SONIC EVO AM3 ABS sicher über den Trail zu bewegen.
Durch das straffe Fahrwerk und die traktionsschwachen Reifen hat man auf dem Trail wenig Grip mit dem SONIC EVO.

Dreht man dem Aufstieg den Rücken zu und startet in den Trail, steht man nicht integriert, sondern eher etwas stelzig oben auf dem Bike. Auf den ersten Trail-Metern macht sich das fordernde und wenig intuitive Handling bemerkbar. Das Bike setzt Lenkimpulse wenig berechenbar um und agiert in Kurven bei hohen Geschwindigkeiten giftig. So lassen sich die gewünschten Lines nicht ganz so zielsicher treffen.
Vor allem auch Anfänger haben dadurch Schwierigkeiten, das E-MTB kontrolliert über den Trail zu bewegen, und es bedarf einer erfahrenen Hand, um das BULLS SONIC EVO im Zaum zu halten. Will man bei hoher Geschwindigkeit verzögern, muss man sich erst einmal an das neue Bremsgefühl des ABS-Systems und somit den verlängerten Bremsweg auf losem Untergrund gewöhnen. Abrupte Vollbremsungen sind zwar kontrolliert möglich, doch verlängern unter Umständen den Bremsweg. Das erfordert ein Umdenken im Kopf und die Umstellung der eigenen Fahrgewohnheiten. Statt dass man – wie im Rennmodus – gezielt Bremspunkte vor Kurven platziert, kann man mit angezogener Bremse durch lange Kurven rollen, ohne Angst vor einem blockierenden Vorderrad haben zu müssen. Während das Anfängern wiederum entgegenkommen mag, spricht das Rennsport-Puristen natürlich nicht an. Man kann das mit dem Automobil-Sektor vor 50 Jahren vergleichen, in dem vom eigenen Fahrkönnen überzeugte Auto-Profis das ABS-System ablehnten. Inzwischen hat sich das ABS vom MINI bis Ferrari bei den Automobilen in der Breite durchgesetzt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklung im E-Bike-Sektor gestaltet. Das ABS lässt sich für den Trail-Einsatz auch einfach per Remote abschalten und für die Heimfahrt wieder reaktivieren. So sollte auf dem Trail ein Überschlag über das Vorderrad ausgeschlossen sein. Für Fahrer, die auf Bergtouren unterwegs sind und einen langen geschotterten Forstweg als Abstieg wählen, bietet es aber einen hohen Mehrwert.

Den Uphill meistert das BULLS SONIC EVO AM3 ABS durch die kräftige Unterstützung des Bosch Performance Line CX-Motors solide, sowohl auf flachen Forstwegen als auch in steilen Abschnitten.

Kommt das Fahrwerk auf moderaten und gemäßigten Trails mit Schlägen noch gut zurecht, sieht es auf Highspeed-Trails ganz anders aus: Hier konnte uns das Fahrwerk des BULLS SONIC EVO nicht überzeugen, denn das spricht bei Unebenheiten wenig feinfühlig und eher straff an. In Kombination mit den eher traktionsschwachen Reifen hat man noch weniger Grip. Auch erreicht das Fahrwerk schnell die Federwegs-Grenze und verhaspelt sich, wenn Schläge schnell aufeinander folgen. Dadurch leidet auch die Spurtreue. Bei hohen Geschwindigkeiten durch Steinfeldern und Kompressionen lässt sich die angepeilte Linie nicht mehr präzise halten. Das kann mitunter gefährlich werden, wenn man in diesem Moment auf einen Sprung zurollt. Die LIMOTEC Alpha 1-Sattelstütze hat mit 150 mm den geringsten Hub im Testfeld und ist vor allem in steilen Abschnitten durch die fehlende Bewegungsfreiheit auch auf dem Trail zu kurz.

Helm Endura MT500 MIPS | Brille evil eye traileye ng | Rucksack POC Spine VPD AIR Backpack 8 | Shirt POC Reform | Hose POC Resistance | Schuhe Specialized 2FO Roost Flat | Socken GORE | Handschuhe Fox Dirtpaw

Für wen ist das BULLS SONIC EVO das richtige Bike, für wen nicht?

Das BULLS SONIC EVO ist eher für gemütliche Touren- oder Trekking-Fahrer, die gerne steile Anstiege erklimmen, als für Piloten, die mit hoher Geschwindigkeit über den Trail jagen. Durch die verbaute Lichtanlage eignet es sich auch für Pendler, die gerne mit dem E-MTB zur Arbeit und auf dem Heimweg auch mal gemütliche Trails mitnehmen wollen. Das verbaute ABS-Bremssystem bietet zwar auf Forststraßen zusätzliche Sicherheit. Für Fahrer, die ihr Bike gern ans Limit bringen, ist das BULLS SONIC EVO aber in Kombination mit dem weniger performanten Fahrwerk eher nichts. Sie sollten sich lieber beim Canyon Strive:ON umschauen.

Fahreigenschaften

DESIGN

  1. unausgewogen
  2. stimmig

HANDHABUNG

  1. umständlich
  2. clever

PREIS/LEISTUNG

  1. schlecht
  2. top

TOUREN- & ALLTAGSTAUGLICHKEIT

  1. niedring
  2. hoch

HANDLING

  1. fordernd
  2. intuitiv

FAHRSPAß

  1. langweilig
  2. lebendig

Einsatzbereich

Schotterweg

Technischer Uphill

Flowtrail Downhill

Technischer Downhill

Fazit zum BULLS SONIC EVO

Das BULLS SONIC EVO kommt mit sinnvollen Alltags-Features wie Frontlichtaufnahme, integriertem Rücklicht und einem kräftigen Bosch Performance Line CX-Motor. Mit Schallgeschwindigkeit will das SONIC EVO aber nicht über den Trail bewegt werden. Und wenn doch, benötigt es eine erfahrene Hand, um mit dem fordernden Handling des E-Mountainbikes zurechtzukommen. Das Gesamtkonzept des BULLS SONIC EVO konnte uns nicht ganz überzeugen und es gab bessere Allrounder im Testfeld.

Tops

  • sinnvolle Alltags-Features
  • höchste maximale Zuladung von 124 kg im Test
  • bequeme seitliche Akkuentnahme

Flops

  • weniger griffige Reifen
  • forderndes Handling
  • gestreckte Sitzposition
  • straffes Fahrwerk

Mehr Informationen findet ihr unter bulls.de


BULLS SONIC EVO AM 3 | Canyon Strive:ON CFR | MERIDA eONE-SIXTY 875 | Propain Sresh CF | Specialized Turbo Levo Comp Alloy

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste E-Mountainbike 2024 bis 7.000 € – 5 günstige E-MTBs im Test


Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde es uns sehr freuen, wenn auch du uns als Supporter mit einem monatlichen Beitrag unterstützt. Als E-MOUNTAINBIKE-Supporter sicherst du dem hochwertigen Bike-Journalismus eine nachhaltige Zukunft und sorgst dafür, dass der E-Mountainbike-Sport auch weiter ein kostenloses und frei zugängliches Leitmedium hat! Jetzt Supporter werden!

Words: Benedikt Schmidt Photos: Mike Hunger