Der deutsche E-Bike-Antriebs-Hersteller Brose schlägt mit seinem ersten kompletten Drive-System ein neues Kapitel in der Firmengeschichte auf. Ab sofort bietet das Unternehmen nicht nur die bekannten Drive S, Drive S Mag und einige weitere Motoren an, sondern kombiniert sie mit eigenen Displays und einem eigenen Akku zu einem Komplettsystem.

Mit dem Brose Drive System bietet der deutsche Motoren-Hersteller jetzt sein erstes Komplettsystem aus Motor, Akku und Display

Die Brose Drive-Antriebe erfreuen sich im E-Mountainbike-Segment enormer Beliebtheit und werden mittlerweile bei mehr als 40 Herstellern verbaut. Was bisher alle Firmen gemeinsam haben ist die Tatsache, dass sie den Motor mit einem Akku und Display kombinieren, der nicht von Brose kommt. Das gibt den Herstellern große Freiheit bei der Integration des Systems, stellt sie bei Service-Fällen möglicherweise aber vor Herausforderungen, da die Verantwortung zwischen den verschiedenen Zulieferern hin und her gespielt werden kann.

Mit dem Brose Drive System bietet der deutsche Motorhersteller, dem wir übrignes bereits einen Hausbesuch abgestattet haben, nun sein erstes Komplettsystem an. Die Fahrradhersteller können einen 630 Wh-Akku mit insgesamt sieben verschiedenen Motoren (ja wirklich sieben) und drei unterschiedlichen Displays kombinieren. Im Servicefall hat man dann immer Brose als direkten Ansprechpartner. Ein neu entwickeltes Service-Tool für Fahrradläden sowie ein neu gegründetes Team soll für schnelle Hilfe im Bedarfsfalls sorgen.

Satte 500 g spart das Brose Magnesium-Gehäuse und ist dabei auch noch deutlich kompakter als sein Aluminium Pendant

Die verschiedenen Brose Antriebe im Detail

Bisher gab es von Brose fünf bekannte Antriebe, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Charakteristiken, ihrer Power und der maximalen Unterstützung für unterschiedliche Einsatzzwecke geeignet haben. Gemein haben alle Antriebe ein sehr natürliches Fahrgefühl mit sehr geringen Geräuschen. Mit dem Drive S Mag hat Brose bereits im letzten Jahr den ersten Motor mit 500 g leichteren und kompakteren Magnesium-Gehäuse vorgestellt. Dieses leichte Gehäuse ist nun auch für weitere Modelle verfügbar. Hier alle aktuellen Brose-Antriebe auf einen Blick:

  • Brose Drive C Alu: bis zu 280 % Unterstützung, 50 Nm Drehmoment – der ideale Motor für die City. Er besitzt weniger gesamte Power, ist dafür am effizientesten
  • Brose Drive T Alu: bis zu 320 % Unterstützung, 70 Nm Drehmoment – der Trekking-Antrieb für alle, die auch einmal größere Anstiege bewältigen wollen. Insgesamt
  • Brose Drive TF Alu: bis zu 380 % Unterstützung, 90 Nm Drehmoment – F steht für Fast – das ist der Antrieb für alle S-Pedelcs die bis 45 km/h unterstützen.
  • Brose Drive S Alu: bis zu 380 % Unterstützung, 90 Nm Drehmoment – der Klassiker unter den E-Mountainbike Motoren, der bisher bei den meisten Herstellern zum Einsaz kam
  • Brose Drive S Mag: bis zu 410 % Unterstützung, 90 Nm Drehmoment – der neueste Stern von Brose am E-MTB-Himmel. Er bietet dank Flex-Power-Modus sehr viel Leistung über einen breiten Trittfrequenzbereich und ist dank Magnesium Gehäuse 500 g leichter als der Drive S Alu
  • Brose Drive T Mag: bis zu 320 % Unterstützung, 70 Nm Drehmoment – der Motor ähnelt stark dem Drive T Alu, ist aber 500 g leichter sowie kompakter und soll obendrein noch etwas effizienter arbeiten.
  • Brose Drive C Mag: bis zu 280 % Unterstützung, 50 Nm Drehmoment – von der Charakterstik ist er gleich wie der Drive C Alu, spart aber 500 g Gewicht und ist kompakter.
Das leichte Magnesium-Gehäuse hat Brose bereits im letzten Jahr vorgestellt. Im neuen Jahr gibt es das Gehäuse auch mit Drive C und Drive T-Innenleben.
Brose-Riehmenantrieb
Was alle Brose-Motoren gemein haben: einen Riehmenantrieb im Inneren.

Satte 630 Wh Fahrspaß – die Brose Batterie integriert im Unterrohr

Die neue Brose Battery 630 bietet, wie ihr Name es vermuten lässt 630 Wh Kapazität bei nominell 17 Amperstunden und 36 Volt Spannung. Der Akku ist 387 x 84 x 72 mm groß und nach Angaben von Brose 3,8 kg schwer. Die Zellen sitzen in einem schwarz eloxierten Aluminium-Gehäuse. Neben dem Akku selbst, hat der deutsche Hersteller auch eine spezielle Aufnahme für den Rahmen entwickelt, die sicherstellen soll, dass der Akku immer fest und wackelfrei im Bike sitzt. Diese Aufnahme verfügt über ein Schloss mit welchem die Batterie im Rahmen gesichert werden kann. Natürlich lässt sich die Brose Battery 630 auch aus dem Rad entnehmen.

Auf sie haben viele lange gewartet: eine Brose-Batterie! Sie besitzt 630 Wh Kapazität und lässt sich über einen eigens entwickelten Mechanismus aus dem E-Bike entnehmen.
Brose-Akku-integriert
Der eigens entwickelte Rahmen soll die Batterie fest und wackelfrei im Bike fixieren
Ein Schloss sichert die Brose Battery 630 im Rahmen
Schaumstoff soll nerviges Klappern effizient verhindern

Drei neue Displays für jeden Fahrertyp

Die neuen Brose-Displays wurden bereits im Mai diesen Jahres vorgestellt und wir haben umfangreich darüber berichtet. Insgesamt stehen beim Brose Drive-System drei verschiedene Optionen zur Auswahl. Alle Modell lassen sich über sehr ergonomische Tasten sehr gut bedienen. Das minimalistische Brose Display Remote setzt lediglich auf LEDs über die es den aktuellen Akku-Stand und die Unterstützungsstufe anzeigt. Es kann auf wunsch mit dem 3,5” großen Brose Display Central erweitert werden. Letzteres wird dann, wie es der Name vermuten lässt, mittig auf dem Lenker montiert. Das Brose Display Allround ist der Kompromiss aus der super minimalistischen Variante und der großen Option. Es ist ein 1,5” Farbdisplay an das direkt die ergonomisch positionierten Tasten integriert sind. Alle Displays verfügen über ANT+ und Bluetooth-Schnittstellen und sind damit für weitere Features und eine App-Anbindung bestens gerüstet.

Das Brose Display Central ist 3,5” groß und wird zentral am Lenker befestigt
Das Brose Display Remote dient entweder als Bedienung für das Central-Display, kann aber auch einzeln genutzt werden.
Ergonomisch positionierte Tasten ermöglichen eine intivitive Bedienung und bieten obendrein genug Platz für eine Teleskopstütze
Der Einschaltknopf sitzt auf der Oberseite, die Schiebehilfe auf der Unterseite
Das Brose Display Allround besitzt über ein 1,5” großes Farbdisplay das die verschiedenen Fahrstufen sowie alle relevanten Infos anzeigt
Auch das Brose Display Allround besitzt die ergonomisch positionierten Tasten

Service-Tool und neues Team für einen reibungslosen Ablauf

Die besten Teile nützen nichts, wenn man im Fall der Fälle nicht durch einen geschulten und kompetenten Service schnell weitergeholfen bekommt. Aus diesem Grund hat Brose ein eigenes Service-Tool entwickelt mit dem sich die einzelnen Komponenten vom Fachhandel schnell auslesen lassen. Außerdem wird gerade das Service-Team erweitert und so auf die bevorstehenden Herausforderungen vorbereitet.

Service-Brose
Mit dem neuen Service-Tool lässt sich der Antrieb schnell und einfach auslesen

Trotz Komplettsystem weiterhin die volle Freiheit

Während der Präsentation hat Brose großen Wert darauf gelegt, das Hersteller trotz des neuen Drive Komplettsystem weiterhin die Möglichkeit haben, einen der beliebten Motoren weiterhin mit einem Display oder Akku ihrer Wahl zu kombinieren.

Das Specialized Levo setzt Maßstäbe in Sachen Integration. Brose gibt Herstellern weiterhin die Möglichkeit individuelle Lösungen zu verwenden.

Unsere Meinung zum neuen Brose Drive System

Das neue Brose Drive Komplettsystem ist ein wichtiger Schritt für den deutschen Antriebs-Hersteller der die bereits bekannten und bewährten Motoren für noch mehr Hersteller attraktiv macht. Speziell das kompakte Brose Display Remote ist für den sportlichen Einsatz gelungen und auch die Eckdaten der Batterie klingen vielversprechend. Die genau geregelte Zuständigkeit im Service-Fall bietet Kunden mehr Sicherheit. Wir sind gespannt wie sich das System im Praxiseinsatz bewährt.

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Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für das E-MOUNTAINBIKE Magazin. Er koordiniert das Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.