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Automatisches Schalten und vieles mehr! – Familienzuwachs im Bosch Smart System 2025

Es wächst und wächst und wächst. Bosch erweitert das Smart System für das neue Modelljahr. Zur Eurobike stellen die Schwaben viele spannende Software-Updates für das Bosch Smart System vor und wollen damit Händlern und E-Bike-Fahrern neuen Mehrwert bieten. Wir haben die wichtigsten Informationen für euch.

Bosch goes KI – Die neuen Software-Features für das Bosch Smart System 2025

Bosch hat für das Modelljahr 2025 viele neue Software-Funktionen angekündigt, angefangen mit der sogenannten Range Control-Funktion. Wie der Name vermuten lässt, soll sich damit die Reichweite des Motorsystems noch besser im Blick behalten lassen. Erstellt man wie gewohnt eine Route über die Bosch eBike Flow-App, kalkuliert die Range Control-Funktion, mit wie viel Prozent Akku-Stand man das Ziel voraussichtlich erreichen wird. Dabei greift die Software auf künstliche Intelligenz zurück und bezieht unterschiedliche Faktoren wie Systemgewicht, Höhenprofil der Route und das individuelle Fahrverhalten der letzten Touren in die Reichweiten-Berechnung mit ein.

Mit der neuen Range Control-Funktion soll sich der voraussichtliche Akku-Stand am geplanten Zielort berechnen und anzeigen lassen.

Die Prognose aktualisiert sich während der Tour und bezieht die aktuelle Fahrweise mit ein. Durch die KI soll das System mitlernen, nach mehreren erfassten Fahrten die Reichweite noch genauer analysieren und berechnen können. Für alle, die unter Reichweitenangst leiden: Ihr könnt den gewünschten minimalen Akku-Stand für den Zielort festlegen. Die Software übernimmt dann die Steuerung und passt die Motorunterstützung während der Fahrt an, um das Ziel mit der gewünschten Restladung zu erreichen.

Über die Bosch eBike Flow-App lässt sich der minimale Akku-Stand am Ziel festlegen. Die Software übernimmt dann die Steuerung der Motorunterstützung.

Außerdem soll sich die erwartete Ankunftszeit – ähnlich wie z. B. in Google Maps – berechnen lassen. Das geschieht durch die Analyse des bisherigen Fahrverhaltens auf ähnlichen Strecken. Darüber hinaus kann sich der Fahrer persönliche Routen vorschlagen lassen, denn der Algorithmus kennt die persönlichen Vorlieben wie etwa, welche Steigungen und welcher Untergrund bevorzugt wird, und schlägt dann eine entsprechende Routenempfehlung vor.

Was die Kartendarstellung angeht, werden in Zukunft nicht nur geplante Routen oder Kreuzungen angezeigt, sondern in der neuesten Version auch Nebenstraßen, was die Orientierung erleichtern soll. Alle, die schon der nächsten großen Tour entgegenfiebern und es kaum erwarten können, bis das E-Bike wieder startklar ist, können den Ladefortschritt des Akkus live über die eBike Flow-App verfolgen. Die detaillierte Kartenansicht und der Live-Akku-Ladestand sind Teil vom kostenpflichtigen Bosch Flow+ Abo, das entweder mit 4,99 € im Monat oder mit 39,99 € im Jahr zu Buche schlägt. Die ersten zwölf Monate sind kostenlos.

Neuer Fahrmodus für das Bosch Smart System 2025

Zu den bisherigen Unterstützungsstufen Eco, Tour+, eMTB und Turbo/Race gesellt sich nun der neue Eco+ Modus. Er soll besonders zum Akku-Sparen oder für große Reichweiten gedacht sein. Der Motor bleibt je nach Fahrer-Input ausgeschaltet, bis eine Aktivierungsschwelle überschritten wird, die in der Bosch eBike Flow-App eingestellt werden kann. Sobald diese Schwelle erneut unterschritten wird, schaltet sich der Motor wieder ab. Dieser neue Eco+ Modus kann über die App auf allen Motoren, die im Smart System enthalten sind, selbst installiert werden.

Der neue Eco+ Fahrmodus soll vor allem für lange Distanzen oder zum Akku-Sparen gedacht sein.

Automatisches Schalten – Die neue eShift-Funktion im Bosch Smart System 2025

Bosch hat bereits 2014 erste Lösungen für das elektronische Schalten vorgestellt. Nun erweitern die Schwaben den Umfang der sogenannten eShift-Funktion nicht nur um neue Features, sondern auch um neue Schaltungen. Neben den bestehenden Kompatibilitäten zu Rohloff, 3X3 und Enviolo sind jetzt auch neue Schaltungen von Shimano oder TRP mit der e-Shift-Funktion kompatibel.

Die große Hauptneuerung ist das vollautomatische Schalten mit Kettenschaltungen an den E-MTBs. Kenner dürften es jetzt schon ahnen: Dieses Feature gibt es ausschließlich am Bosch Performance CX- und SX-Motor. Die Gangwechsel übernimmt dann das neue elektronische TRP E.A.S.I. A12-Schaltwerk. Die Schaltung passt dabei die Gänge an eine durch den Fahrer eingestellte Trittfrequenz an, die man über die Bosch eBike Flow-App vorab definieren kann. So soll in jeder Fahrsituation die richtige Übersetzung gewährleistet werden und das Fahren komfortabler und entspannter. Die sogenannte „Roll-Shift“-Funktion soll beim Rollen in den jeweils passenden Gang wechseln. Der Clou: Die Gangwechsel sollen ohne Pedalieren stattfinden und gerade in technischem Gelände von Vorteil sein, in dem man nicht in die Pedale treten kann, weil man sonst an Wurzeln oder Steinen hängen bleiben würde. Wer doch lieber selbst schaltet, soll den Schaltalgorithmus mit einem Tastendruck am Schalthebel überstimmen und den für sich passenden Gang einlegen können.

Bosch bindet das neue elektronische TRP E.A.S.I. A12-Schaltwerk in die eShift-Funktion mit ein und ermöglicht damit automatisches Schalten an E-Mountainbikes.

Ähnliche Systeme für E-MTBs kennen wir bereits von Shimano und SRAM. Beide haben wir bereits getestet. Wir sind gespannt, wie sich Boschs neue eShift-Funktion schlägt, da die bisherigen Systeme am Markt in komplexen Trail-Situationen schnell ans Limit kommen und eher für gemütliche Touren auf Forstwegen und natürlich in der Stadt geeignet sind.

Aber Bosch bietet für die eShift-Funktion auch einige Touren-Features an und bindet dafür unter anderem die neue elektronische Shimano CUES Di2 12-fach-Kettenschaltung in das System mit ein. Damit sollen Schaltvorgänge besonders leise und materialschonend durchgeführt werden können. Dazu wird die Motorunterstützung für die Gangwechsel für Sekundenbruchteile reduziert. Im manuellen Schaltmodus gibt das Display eine Schaltempfehlung.

Für den urbanen Bereich gesellt sich die neue Shimano CUES Di2-Schaltgruppe dazu.
Mit der Ganganzeige sieht man jederzeit, in welchem Gang man sich befindet.

Ebenso wurde die elektronische Nabenschaltung Shimano NEXUS Di2 integriert und soll automatisch smoothe Gangwechsel in Abhängigkeit von der Pedalstellung ermöglichen, bei denen der Fahrer einfach weiter treten kann. So sollen die Gänge immer zum idealen Zeitpunkt gewechselt werden. Ist man im manuellen Modus unterwegs, gibt das Display eine Schaltempfehlung für den passenden Gang – wie bei den Kettenschaltungen. Wie von anderen Nabenschaltungen gewohnt, lässt sich auch im Stillstand der gewünschte Gang einlegen, und über die eBike Flow-App ist ein bevorzugter Anfahr-Gang definierbar, der dann im Stand automatisch eingelegt wird und das Anfahren, z. B. an Ampeln, erleichtern soll.

Bosch hat nicht nur an die Endnutzer, sondern auch an die Händler gedacht und gibt den Herstellern und Händlern die Möglichkeit, die Kunden, etwa über die eBike Flow-App, durch Individualisierungsoptionen noch persönlicher anzusprechen. Auch eine eigene App-Integration über die Cloud API-Funktion ist jetzt möglich.

Fazit

Bosch erweitert das Smart System vorerst nicht im Hardware-Bereich, spendiert ihm aber zahlreiche Software-Features, wie etwa die vielen neuen Schalt- und Navigationsfunktionen. Diese sollen das Bosch Smart System noch breiter aufstellen und den Nutzern neben einer besseren Performance auch zu einem höheren Alltagsnutzen verhelfen. Wie sich die neuen Features in der Praxis schlagen, sagen wir euch, sobald wir sie getestet haben.

Mehr infos unter bosch-ebike.com


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Words: Mike Hunger Photos: Hersteller

Über den Autor

Mike Hunger

Von Slopestyle und Landschaftsfotografie, hin zu Enduro und Actionfotografie. Mike probiert gerne neue Dinge aus und hat eine Vorliebe für Action. Und Handwerk: So zieht es ihn mit seinem Syncro-Van, den er selbst restauriert und umgebaut hat, regelmäßig auf verschiedenste Roadtrips. Natürlich immer mit dabei ist sein Bike und seine Kamera, um die feinsten Trails von Italien bis in die Alpen unter die Stollen zu nehmen und die schönsten Momente festzuhalten. Durch seine Ausbildung als Industriemechaniker, seiner Erfahrung aus dem Radsport und seinen Foto-Skills kann er das Know-How perfekt in den journalistischen Alltag umsetzen und testet jetzt als Redakteur die neuesten Bikes und Parts. Als “Foto-Nerd” hält er außerdem die Tests fotografisch fest und sorgt im Magazin für geiles Bildmaterial.