Doch ist das der ersehnte Befreiungsschlag für den Markt – oder nur der nächste Schritt tiefer ins Wettrüsten, mit neuen Abhängigkeiten und Risiken?
Wir haben das Avinox M2S- und M2-System in acht Bikes, im Labor und auf über 5.000 Dauertest-Kilometern auseinandergenommen und zeigen, ob 1.500 W Spitzenleistung wirklich einen Unterschied machen, welche technischen Ansätze dahinterstecken und was von den auf dem Papier versprochenen Superlativen auf dem Trail tatsächlich übrig bleibt.

Der E-MTB-Motorenmarkt steckt fest im Wettrüsten – mehr Power, mehr Zahlen, mehr Fokus auf reine Leistungswerte. Und genau hier setzen die neuen Avinox M2S- und M2-Systeme an und drehen die Spirale scheinbar noch weiter. Mehr Watt, mehr Newtonmeter, mehr Hype? Genau so liest sich das Datenblatt – mit bis zu 150 Nm Drehmoment und 1.500 W Peak Power.
Doch wer jetzt nur an ein weiteres eskaliertes Zahlenfeuerwerk denkt, greift zu kurz. Denn während viele Hersteller aktuell vor allem per Software lLeistungs-Updates nachlegen, bringt Avinox mit dem M2 echte neue Hardware ins Spiel. Mehr Leistung trifft hier auf höhere Effizienz, neue Batterietechnologie und einen deutlich reiferen Systemansatz – und das bei nahezu identischem Gewicht wie beim Vorgänger M1.
Doch damit nicht genug: Das Gesamtsystem legt auch dort die Messlatte höher, wo man es auf den ersten und zweiten Blick erstmal gar nicht sieht. Das ist super stark – und verdient viel mehr Aufmerksamkeit als die nackten Leistungszahlen, mit denen aktuell (fast) jede Bike-Brand auf der Suche nach Differenzierungsmöglichkeiten und Trumpfkarten im Verkauf wirbt.
- 1. Das neue Avinox M2S- und M2-Motorsystem im Detail
- 2. Der neue Avinox M2S- und M2-Motor: Was hat sich im Inneren verändert?
- 3. Weniger Widerstand
- 4. Sensorik des neuen Avinox M2S- und M2-Motors
- 5. Leistung ≠ Leistung – Die Rolle der Batterie
- 6. Die Features des neuen Avinox M2S- und M2-Motorsystems
- 7. Die neuen Avinox M2S- und M2-Motoren im Labor
- 8. Das Avinox M2S-Motorsystem auf dem Traill
- 9. Wie sinnvoll sind 1.500 W und 150 Nm?
- 10. Was wir uns von Avinox wünschen würden
- 11. Das große Fazit zu den neuen Avinox M2S- und M2-Motorsystemen
Bevor wir tiefer einsteigen, zeigen wir euch die E-MTBs mit Avinox M2S- und M2-Motor, die wir bereits vor dem offiziellen Launch teils über Monate hinweg getestet haben. Über die Links gelangt ihr direkt zu den einzelnen Bike-Tests. Zusätzlich findet ihr hier eine Avinox-Kaufberatung mit den relevantesten neuen Modellen.
Übersicht aller Bikes:






21.5 kg in Größe L (laut Hersteller) | 11.999 € | Zum Test



Ist das nur ein weiterer Peak-Wert im Datenblatt oder verändert das System tatsächlich die Art, wie wir E-MTB fahren?
Wir haben die neuen Avinox M2S- und M2-Systeme bereits in acht E-MTBs über Monate und 5.000 km hinweg getestet, waren im Labor beim DEKRA-Prüfinstitut und haben zusätzlich zum regulären Testing zahlreiche Analyse-Messfahrten auf dem Trail absolviert.
Die neuen Avinox M2S- und M2-Motorsysteme im Detail
Schon auf den ersten Blick wird klar, dass der Avinox M2S sowie M2 nicht als isolierte Drive Units gedacht sind, sondern als integraler Bestandteil eines gesamten Motorsystems. Trotz gesteigerter Leistungsdichte bleibt die Baugröße nahezu unverändert, während das Gewicht mit gemessenen 2,63 kg nur knapp 70 g zugenommen hat. Kurz: total vernachlässigbar. Damit zählen beide Motoren immer noch zu den leichtesten Full-Power-Aggregaten am Markt. Mit IP66-Zertifizierung sind die Motoren gegen Staub und starkes Strahlwasser geschützt und damit für den harten Trail-Einsatz ausgelegt.
Die neuen Avinox M2S- und M2-Motoren: Was hat sich im Inneren verändert?
Ein zentraler Entwicklungsschritt liegt im Wirkungsgrad. Avinox gibt an, diesen von rund 82 % beim M1 auf 84,5 % beim M2S gesteigert zu haben. Auf den ersten Blick klingt das nach einem kleinen Fortschritt, betrachtet man aber den aktuellen Markt und deren Effizienz-Ergebnisse aus unserem Motoren-Vergleichstest, sind 2,5 Prozentpunkte einiges.
Erreicht werden soll das durch mehrere konstruktive Änderungen:
- Flat-Wire-Winding (Flachdrahtwicklung):
Statt klassischer Runddraht-Wicklungen setzt Avinox beim M2S und M2 auf sogenannte Flachdraht-Wicklungen. Dabei wird der Kupferleiter nicht rund, sondern mit flacherem Querschnitt gewickelt, wodurch sich der Bauraum im Motor deutlich effizienter nutzen lässt. Dadurch steigt die Kupferfüllrate, was elektrische Verluste reduziert und gleichzeitig die Leistungs- und Drehmomentdichte erhöht, ohne dass der Motor zwingend größer oder schwerer werden muss.
- Schrägverzahnte Getriebe (Helical Gears):
Das schrägverzahnte Getriebe ist an sich keine technische Neuerung, soll dennoch die Kraftübertragung gleichmäßiger gestalten. Auch Geräusche sollen damit reduziert und gleichzeitig die Belastbarkeit erhöht werden, was vor allem bei den hohen Drehmomenten, mit denen M2S und M2 arbeiten, entscheidend ist.
- Dual Gear Engagement:
Das Grundprinzip und der Aufbau des M2/M2S entspricht dem des M1. Der Begriff „Dual Gear Engagement“ bezieht sich auf die Ergänzung eines Kunststoff-Zahnsegments am großen Zahnrad der Ausgangsstufe. Dieses Kunststoffsegment ist gegenüber den Hauptzähnen aus Metall in einem bestimmten Winkel versetzt, sodass beim Eingriff mit dem kleineren Zahnrad der Ausgangsstufe kein Zahnflankenspiel entsteht. Dadurch sollen Schlaggeräusche im Getriebe effektiv eliminiert werden.
Genau dieses Spiel ist oft dafür verantwortlich, dass Motoren bergab oder auf ruppigen Trails mechanisch klappern, sobald keine Last mehr auf dem System liegt. Durch den präziseren Eingriff sollen M2S und M2 deshalb deutlich ruhiger laufen und störende Geräusche reduzieren.
Gerade letzterer Punkt war beim ersten Avinox M1 selten, aber dennoch manchmal ein Kritikpunkt. In einzelnen Bikes konnte man deutliches mechanisches Klappern bergab wahrnehmen. Das soll bei M2S und M2 der Vergangenheit angehören.
Weniger Widerstand
Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt ist der Leerlaufwiderstand. Avinox ersetzt bei den neuen Motoren die hochreibende Dichtung durch ein reibungsärmeres, abgedichtetes Lager. Laut Hersteller reduziert das den Widerstand im unmotorisierten Zustand um bis zu 41 %.
Das ist besonders relevant, weil der Vorgänger M1 in genau diesem Punkt zu den schwächeren Motoren gehört und sich ohne Unterstützung vergleichsweise zäh tritt. Dazu später mehr.
Sensorik der neuen Avinox M2S- und M2-Motoren
Um diese Leistung kontrollierbar zu machen, setzt Avinox auf eine umfangreiche Sensorik. Neben den klassischen Messgrößen wie Drehmoment, Trittfrequenz und Geschwindigkeit erfasst das System zusätzlich Daten über eine IMU (Inertial Measurement Unit), ein Barometer, einen Kompass und einen Umgebungslichtsensor. Letzterer sitzt im Display und dient derzeit etwa dazu, die Displayhelligkeit an die Lichtverhältnisse anzupassen. Ob der Sensor künftig auch für weitere Funktionen genutzt wird, wie zur automatischen Steuerung des neuen optionalen Frontlichts, ist reine Spekulation.
Die Datenbasis ermöglicht es dem M2S und M2, dynamisch auf Fahrsituation und Input vom Fahrer zu reagieren und bildet die Grundlage für Software- und Steuerungsfunktionen, die wir im nächsten Abschnitt genauer betrachten.
Leistung ≠ Leistung – Die Rolle der Batterie
Ein entscheidender Punkt, der bei Diskussionen über Motorleistung oft untergeht: Beim neuen Avinox M2S und M2 hängt die maximale Performance nicht allein von der Drive Unit ab, sondern ganz wesentlich von der Batterie. Anders gesagt: Der Motor kann nur so viel leisten, weil der Akku ihm tatsächlich auch die elektrische Leistung zur Verfügung stellt.
Deshalb erreicht der M2S seine Werte von 1.500 W Peak-Leistung und 150 Nm maximalem Drehmoment dauerhaft ausschließlich in Kombination mit dem neuen FP700-Akku, sprich dem neuen Akku mit 700 Wh. Die 600- und 800-Wh-Akkus schaffen das nur im Boost-Modus für bis zu 60 Sekunden. Der Grund dafür liegt nicht in einer höheren Kapazität, sondern in der Zelltechnologie. Avinox setzt im 700-Wh-Akku auf das neue 4680-Zellformat, das deutlich höhere Ströme bereitstellen kann als die bislang verwendeten Zellformate. Erst diese hohe Stromabgabe schafft die Grundlage dafür, dass der Motor seine volle Leistung überhaupt dauerhaft entfalten kann. Ob wir diese neue Zelle auch bald in weiteren Avinox-Akkus sehen werden, bleibt noch offen.
Die Bezeichnung 4680 beschreibt einfach das Zellformat: 46 mm Durchmesser, 80 mm Höhe. Gegenüber kleineren Rundzellen hat das neue Format mehrere Vorteile: Durch das größere Einzelvolumen sinkt die Anzahl der benötigten Zellen innerhalb der Batterie, ebenso die Zahl an Verbindern und Kontaktstellen. Das reduziert nicht nur potenzielle Verluste im System, sondern verbessert auch Packaging, thermische Eigenschaften und die Fähigkeit, hohe Ströme stabil bereitzustellen. Bekannt ist das Zellformat bislang vor allem aus der Automobilindustrie, wie etwa aus Teslas Batterieentwicklung und dem Cybertruck. Im Avinox-Akku sind diese Zellen zu einem Batteriepaket verschaltet und über ein entsprechendes Battery Management System (BMS) überwacht und geregelt.
Dass die Batterie beim M2S nicht bloß Energiespeicher, sondern ein aktiver Performance-Faktor ist, zeigt auch der Vergleich der verschiedenen Konfigurationen. Je nach Akku ergeben sich folgende Eckdaten:
-
Avinox M2 (die Performance des M2 hängt nicht von der Akku-Konfiguration ab)
Regular Modes: 1100 W, 110 Nm
Boost Mode: 1100 W / 125 Nm -
Avinox M2S + 800 Wh fest verbauter Akku (FS800) oder 600 Wh (FS600)
Regular Modes: 1.300 W / 130 Nm
Boost Mode: 1.300 W / 150 Nm -
Avinox M2S + 800 Wh entnehmbarer Akku (RS800)
Regular Modes: 1.300 W / 130 Nm
Boost Mode: 1.500 W / 150 Nm -
Avinox M2S + 700 Wh:
Regular Modes: 1500 W, 130 Nm
Boost Mode: 1500 W / 150 Nm - Dazu kommt ein Unterstützungsfaktor von bis zu 800 % bei allen Avinox M2- und M2S-Motorsystemen.

Neben der hohen Stromabgabe überzeugt der neue Akku auch bei der Energiedichte. Zum Vergleich:
- Avinox 600 Wh Battery: 2,84 kg / 211 Wh/kg
- Avinox RS600 Battery: 2,96 kg / 202 Wh/kg
- Avinox FP700 Battery: 3,18 kg / 220 Wh/kg
- Avinox 800 Wh Battery: 3,74 kg / 214 Wh/kg
- Avinox RS800 Wh Battery: 4,0 kg / 200 Wh/kg
Mit dem neuen Motorsystem führt Avinox auch erstmals die entnehmbaren RS600- und RS800-Akkus ein – ein dickes Plus im Alltag. Die Akkus werden per Schlüssel entriegelt und lassen sich so bequem zum Laden mit in die Wohnung nehmen. Trotz der guten Energiedichte fallen sie allerdings recht voluminös aus und erinnern in ihren Abmessungen an die bekannten Bosch-Akkus. Aktuell kommen die entnehmbaren Akkus ausschließlich im AMFLOW PR Carbon und PR Carbon Pro zum Einsatz.
Auch neu: Ein zweiter 600-Wh-Akku kann mit einer externen Halterung am Bike montiert und so als Range Extender genutzt werden. Die Halterung ist dafür am Flaschenhalter und mit einem Gummi-Strap am Unterrohr montiert, muss aber für jeden Rahmen individuell angepasst werden.
Trotz der neuen Zellgeneration behält Avinox die bekannten Batterie-Management-Funktionen bei. Dazu gehören eine kontrollierbare Selbstentladung bei längerer Nichtbenutzung, Fehlerdiagnose sowie anpassbare Charge-Limits über die App. Den maximalen Ladezustand kann man weiterhin auf 100, 95, 80 oder 70 % einstellen.
Fast Charging – Die realen Ladezeiten des Avinox 12-A- und 4-A-Ladegeräts
Stark bleibt Avinox beim Thema Ladegeschwindigkeit. Avinox bietet weiterhin zwei Ladegeräte an:
- ein 12-A-Ladegerät mit 508 Watt
- ein 4-A-Ladegerät mit 168 Watt
Für den neuen FP700-Akku nennt Avinox mit dem 12-A-Charger eine Ladezeit von 1 h 16 min von 0 auf 80 % und 1 h 55 min von 0 auf 100 % – und damit jeweils schneller als beim bisherigen 800-Wh-Akku. In unseren Messungen fiel das Ergebnis sogar noch besser aus: Den 700-Wh-Akku haben wir mit dem 12-A-Ladegerät in 1 h 47 min voll geladen, den 800-Wh-Akku in 2 h 20 min.
Die Features der neuen Avinox M2S- und M2-Motorsysteme
Auch abseits von Hardware wie Motor und Akku bleibt Avinox seinem systemischen Ansatz treu. Der M2S ist nicht einfach die aktuell stärkere Drive Unit, sondern Teil eines sehr umfassenden Ökosystems, das in dieser Tiefe aktuell nur wenige Hersteller bieten. Herzstück bleibt die Avinox Ride-App, über die sich das System umfangreich konfigurieren lässt. Unterstützungsmodi, Charakteristik der Leistungsentfaltung sowie Parameter wie Anfahrverhalten, maximale Unterstützung oder Motor-Overrun lassen sich individuell anpassen. Ergänzt wird das durch eine Boost-Funktion, die in ihrer Dauer zwischen 10 und 60 s definiert werden kann.
Die Steuerung des Motorsystems erfolgt über die beiden Wireless-Remotes, die mit guter Ergonomie punkten. Dazu kommen zwei unterschiedliche Display-Optionen, die sich hauptsächlich in Bauform und Funktionsumfang unterscheiden, vor allem bei Navigation, Tracking und Diebstahlschutz. Avinox unterscheidet hier zwischen dem DP100 und dem DPC100-Display. Beide wirken auf den ersten Blick identisch, unterscheiden sich nach dem Ausbau aus dem Oberrohr aber durch ihre flachere beziehungsweise tiefere Bauweise. Der Funktionsumfang ist bei beiden insgesamt sehr hoch: Fast alle Einstellungen, die sich in der App vornehmen lassen, können auch direkt über das robuste Touch-Display angepasst werden.
Das DP100 unterstützt eine SIM-Karte mit 4G. Während das DPC100 keine SIM-Karte unterstützt, ist es mit Apple „Find My“ kompatibel (vorausgesetzt, der jeweilige E-Bike-Hersteller hat die Apple-Zertifizierung abgeschlossen).
Zusätzlich verfügt das DP100 über einen Umgebungslichtsensor, den das DPC100 nicht bietet. Auch beim Laden gibt es Unterschiede: Das DP100 liefert eine 65-Watt-USB-C-Ausgangsleistung (!), während das DPC100 lediglich 10 Watt über USB-C bereitstellt.
Auch die Konnektivität fällt insgesamt sehr umfangreich aus: Fahrdaten werden automatisch erfasst und lassen sich mit Plattformen wie Strava synchronisieren. Darüber hinaus stehen weiterhin die bekannten Funktionen wie Motor-Alarm und -Lock zur Verfügung. Auch die Action-Kameras des Mutter-Unternehmens DJI lassen sich mit dem Motorsystem verbinden. Dadurch kann man die Action-Kamera direkt über das Display steuern, Videos aufnehmen und bekommt sogar in der Video-Aufnahme die aktuellen Fahrdaten zum Motor eingeblendet. Cool!
Navigation beim neuen Avinox M2S und M2
Zur Navigation unterstützt Avinox GPX-Importe aus Drittanbieter-Apps. Routen werden auf dem Display angezeigt, inklusive Abbiegehinweisen und Re-Routing bei Abweichungen. Das funktioniert in der Praxis zuverlässig.
Neu hinzu kommt unter anderem die Integration von Apple „Find My“, womit sich das Bike ins Apple-Ökosystem einbinden lässt. Ebenfalls neu und technisch sinnvoll ist der Maintenance Mode: Wer den einlegt, deaktiviert die Motorleistung vollständig. Der Modus bleibt auch nach einem Neustart aktiv und verhindert so ein unbeabsichtigtes Anlaufen des Antriebs bei Servicearbeiten, was vor allem im Werkstattalltag ein Plus an Sicherheit bringt.
Herzfrequenzsteuerung beim neuen Avinox M2S und M2
Mit der neuen Herzfrequenzsteuerung führt Avinox ein Feature ein, das man bereits aus dem Mahle M40-System und auch von Specialized kennt. Der Motor passt die Unterstützungsleistung automatisch an eine definierte Herzfrequenz-Zone an, die über eine verbundene Smartwatch oder Brustgurt gemessen wird. Liegt die Herzfrequenz unter dem Zielbereich, reduziert der Motor die Unterstützung, steigt sie, erhöht es die Motorleistung.
Das funktioniert technisch auf der Forststraße gut und kann vor allem für Trainings oder lange Touren sinnvoll sein. Im klassischen Trail-Einsatz und auf technischen Anstiegen macht die Funktion indes kaum Sinn. Hier profitiert man nach wie vor von der direkten Kontrolle über die Unterstützungsleistung per Remote.
Integriertes Lichtsystem beim neuen Avinox M2S und M2
Neu im System ist auch die Integration eines optionalen Avinox-Lichts. Das Frontlicht wird direkt über den Haupt-Akku gespeist und lässt sich bequem über Display oder Remote steuern. Mit 1.200 Lumen im Fernlicht- und 500 Lumen im Abblendmodus reicht die Lichtleistung locker für nächtliche Fahrten aus. Im Fernlichtmodus ist das Licht auf der Straße schon so hell, dass es bei uns auch mal eine Lichthupe provoziert hat.
Die neuen Avinox M2S- und M2-Motoren im Labor
Für unsere Tests ging es wieder zur DEKRA, also dorthin, wo wir schon unseren großen Motoren-Vergleichstest gefahren haben. Wie schon in unseren bisherigen Prüfstandstests lief auch diesmal hinten ein MAXXIS Metropass auf der Messrolle, dazu kamen definierter Reifendruck mit 4,0 bar am Hinterrad sowie Zusatzgewichte auf dem Sattel, um Fahrergewicht und Anpressdruck möglichst konstant zu simulieren. Bei allen Messfahrten sind wir im höchsten dauerhaften Unterstützungs-Modus gefahren: bei Avinox also Turbo, nicht den nach maximal 60 s endenden Boost-Modus. Wer generell tiefer in die Methodik rund um E-MTB-Motoren, Wirkungsgrade, Verluste und Akku-Kapazitäten einsteigen will, findet hier unseren umfangreichen Deep Dive zum Thema.
Gemessen haben wir den Avinox M2S mit 700-Wh-Akku im neuen AMFLOW PX Carbon Pro – also genau in der Akku-Konfiguration, in der das System seine maximale Performance freigeben soll. Und die Messwerte zeigen ziemlich klar, dass Avinox hier nicht einfach nur große Zahlen ins Datenblatt schreibt. Das höchste von uns gemessene Motormoment lag bei 135,8 Nm im Turbo-Modus, bei 250 W Fahrer-Input und 83,8 U/min Kadenz. Enorm, auch wenn im Boost-Modus sogar noch etwas mehr drin ist. Bei 250 W Eingangsleistung, wieder im Turbo-Modus und einer hohen Kadenz von 112,4 U/min, haben wir 1.462 W Motorleistung gemessen. Damit kratzt der M2S sehr nah an der angegebenen 1.500-W-Schallmauer.
Auch der Avinox M2-Motor liefert mehr als die versprochenen Werte im Turbo-Modus: Hier lag das maximale gemessene Drehmoment bei 115,8 Nm, bei ebenfalls 250 W Fahrer-Input, allerdings bei 86,8 U/min. Die maximale Motorleistung erreichte der M2 mit 1.176,3 W bei 98,2 U/min.
Unterstützungsfaktor beim neuen Avinox M2S
Spannend ist auch der Blick auf den Unterstützungsfaktor. Beim M2S haben wir bei 20 km/h, rund 70 U/min Kadenz und 100 W Fahrerleistung ein Unterstützungsverhältnis von 785 % gemessen und damit fast die von Avinox angegebenen 800 % erreicht. Der M2 lag im gleichen Szenario sogar bei 821 % und damit leicht über der offiziellen Angabe.
Wirkungsgrad des neuen Avinox M2S
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wirkungsgrad. Unsere Messungen zeigen für den M2 und den M2S eine mittlere Effizienz von 81 %, wobei das Spektrum der Werte von 78,4 % bis 84,4 % reichte. Das klingt erstmal nach einem kleinen Unterschied, ist aber im Vergleich zum Vorgänger Avinox M1 und vor allem zu anderen von uns getesteten Motoren alles andere als marginal. Das Effizienzfenster moderner E-MTB-Antriebe ist recht eng: Die meisten Systeme aus unserem Motoren-Vergleichstest lagen zwischen 77 und 79 %. Da ist schon ein einzelner Prozentpunkt ein großer Fortschritt. Der Avinox M1 erreichte in unserem Test einen mittleren Effizienzwert von 78 % (74,1–79,4%), wodurch die neuen Avinox M2 und M2S mit 81 % ganze 3 Prozentpunkte effizienter laufen. Chapeau!
Wirkungsgrad des neuen Avinox M2S
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wirkungsgrad. Unsere Messungen zeigen für den M2 und den M2S eine mittlere Effizienz von 81 %, wobei das Spektrum der Werte von 78,4 % bis 84,4 % reichte. Das klingt erstmal nach einem kleinen Unterschied, ist aber im Vergleich zum Vorgänger Avinox M1 und vor allem zu anderen von uns getesteten Motoren alles andere als marginal. Das Effizienzfenster moderner E-MTB-Antriebe ist recht eng: Die meisten Systeme aus unserem Motoren-Vergleichstest lagen zwischen 77 und 79 %. Da ist schon ein einzelner Prozentpunkt ein großer Fortschritt. Der Avinox M1 erreichte in unserem Test einen mittleren Effizienzwert von 78 % (74,1–79,4%), wodurch die neuen Avinox M2 und M2S mit 81 % ganze 3 Prozentpunkte effizienter laufen. Chapeau!
Leerlaufmoment des neuen Avinox M2S
Eher unscheinbar, aber in der Praxis dennoch relevant ist das Thema Leerlaufmoment. Hier offenbarte der Avinox M1 im vergangenen Herbst im Test vergleichsweise schwache Werte. Zur Einordnung der Werte geben wir euch die dem Leerlaufmoment entsprechende Verlustleistung bei 75 U/min Kadenz mit an. Bei unseren damaligen Messungen lag der M1 bei 0,75 Nm / 5,89 W. Beim neuen System zeigt sich ein differenzierteres Bild. Der Avinox M2S aus dem PR Carbon Pro lag vor dem DEKRA-Test bei 0,67 Nm / 5,26 W und nach dem Test sogar nur noch bei 0,55 Nm / 4,32 W. Das entspricht rund 73 % des Widerstands des M1 und ist damit eine deutliche Verbesserung. Allerdings lag das PX Carbon Pro mit 0,75 Nm / 5,89 W wieder exakt auf dem Niveau des alten M1. Das deutet darauf hin, dass hier nicht nur die Konstruktion selbst, sondern auch Streuungen durch Einlaufen der Dichtungen und die Kupplungs- oder Freilaufmechanik eine Rolle spielen könnten. Variationen in der Vorspannung von Freilauffedern oder Klemmkörpern von Rollenfreiläufen machen sich beim Leerlaufmoment sehr schnell bemerkbar.
Unterm Strich bleibt deshalb folgendes Bild: Der Avinox ist beim Fahren ohne Unterstützung nicht der leichtgängigste Motor im aktuellen Markt und verlangt tendenziell etwas mehr Leistung als andere Systeme.
30-min-Volllast-Test: Kann der neue Avinox M2S seine Leistung dauerhaft halten?
Der vielleicht wichtigste Punkt im gesamten Labortest ist aber nicht die Spitzenleistung, sondern Thermik und Dauerleistung. Mit maximaler Unterstützung hielt der Avinox M2s über knapp 21 Minuten seine mechanische Leistung von rund 1.300 W bemerkenswert konstant. Erst dann bricht die Leistung deutlich ein und zwar nicht wegen thermischer Überlastung, sondern weil der Ladezustand des Akkus zum limitierenden Faktor wird und der Motor seine Unterstützung aufgrund des niedrigen State of Charge (SOC) reduziert. Der M2 zeigt ein sehr ähnliches Verhalten, allerdings auf niedrigerem Niveau: Er hält etwa 20 Minuten lang rund 1.170 W, bevor die Leistung ebenfalls schlagartig reduziert wird – auch hier nicht aufgrund thermischer Probleme, sondern SOC-bedingt.
Ein kritischer Punkt kam im Austausch mit der DEKRA aber auf: der Kabelquerschnitt zwischen Akku und Motor. Laut Einschätzung des Prüflabors sind die aktuell verwendeten 2,0 bis 2,5 mm² angesichts der hier fließenden Ströme von bis zu 53 A eher knapp dimensioniert. Aus ihrer Sicht wären mindestens 4 mm² angemessen. Der Hintergrund: Bei Leistungen in dieser Größenordnung fließen sehr hohe Ströme nicht nur in kurzen Peaks, sondern teilweise auch über längere Dauer. Ist der Kabelquerschnitt zu klein, steigen Verluste und thermische Belastung im System. Im Test selbst, auch nach knapp 5.000 km auf dem Motorsystem, hat sich daraus kein Problem ergeben, aber es ist ein Punkt, den wir mit Blick auf Langzeitbelastung und Dauerhaltbarkeit im Auge behalten werden.
Das Avinox M2S-Motorsystem auf dem Trail
Die Leistung des Avinox M2S, aber auch die des M2-Motors, bewegt sich aktuell auf einem Niveau, das das technische Uphill-Fahren grundlegend verändert. Statt sich verblockte Anstiege im unteren Geschwindigkeitsbereich hochzutasten, mit permanentem Anpassen des Körperschwerpunkts, sensibler Traktionsarbeit und steigender Front, fährt man viele der Passagen mit deutlich höherem Grundtempo nach oben. Wo man sonst mit 8–10 km/h über ein Hindernis rollt, stehen hier 19–22 km/h auf dem Tacho, was das Bike deutlich stabilisiert.
Eine lose Steinrampe? Statt sich im Wiegetritt nach oben zu arbeiten und die Traktion am Hinterrad hochzuhalten, jagt man hier mit hohem Tempo nach oben. Eine gestufte Wurzelpassage erfordert kein einzelnes Balancieren jeder Stufe, sondern man zieht in einer flüssigen Bewegung drüber hinweg. Selbst enge, steile Kehren lassen sich kontrolliert fahren, weil der kontinuierliche Vortrieb das Bike stabilisiert. Man bewegt sich also nicht mehr im Grenzbereich der Balance. Man fährt oberhalb der kritischen Geschwindigkeit, bei der das Bike instabil wird. Dadurch verschiebt sich das Limit: Traktion wird seltener zum dominierenden Problem, weil das System genug Vortrieb erzeugt, um mit Schwung über lose oder unruhige Abschnitte hinwegzurollen. Und trotzdem ist die Traktion am Hinterrad erstaunlich hoch. Klar, das kommt auch immer auf die Bikes und deren Hinterbauten an, doch über alle von uns getesteten Bikes mit dem Avinox M2 und MS2 ist uns diese Charakteristik aufgefallen. Beide Motoren geben ihre Kraft sehr schnell frei, aber nicht unkontrolliert. Sie reagieren schnell auf Fahrerimpulse und passen sich dynamisch an den wechselnden Untergrund an. Die Leistungsabgabe wirkt direkt und extrem responsiv, aber nicht hektisch. Dennoch muss man zum guten Dosieren vorsichtig Druck aufs Pedal geben, sodass man in kniffligen Sektionen eher auf beiden Pedalen steht, als immer primär das vordere zu belasten.
Der Unterschied zwischen M2 und M2S ist an steilen Anstiegen zwar spürbar, fällt aber kleiner aus, als es die reinen Leistungsdaten vermuten lassen. Denn schon der M2 macht einen richtig guten Job. Seine größten Stärken spielt das Avinox-System vor allem bei technischen Anstiegen aus. Auf flachen Passagen oder langen, gleichmäßigen Uphills relativiert sich der Vorteil durch die 25-km/h-Grenze, weil man dort kaum schneller unterwegs ist als mit bekannten Systemen. Trotzdem merkt man den hohen Unterstützungsfaktor deutlich: Der Motor beschleunigt sehr schnell bis an die Unterstützungsgrenze und verlangt dabei spürbar weniger Eigenleistung vom Fahrer.
Unterhalb von etwa 1.000 W arbeiten sowohl der Avinox M2 als auch der M2S sehr leise und unauffällig. Erst wenn man die volle Leistung abruft, hört man ein lauteres elektrisches Surren, das die enorme Kraftentfaltung aber passend unterstreicht. Geht es bergab, ist die Drive Unit klapperfrei und selbst in ruppigem Gelände leise.
Mit einer Drive Unit haben wir über 2.000 km absolviert, mit allen anderen Bikes in Summe nochmals weitere 3.000 km – dabei blieb das Avinox-System nicht komplett frei von kleineren Ausfällen, Fehlermeldungen oder Auffälligkeiten. Die traten aber nur vereinzelt auf und beschränkten sich auf Einzelfälle sowie sehr spezielle Situationen und waren auf Montage oder individuelle Setups zurückzuführen. Viel entscheidender ist deshalb das Gesamtbild: Über mehrere Test-Bikes hinweg arbeitete das Motorsystem bislang überzeugend zuverlässig und unauffällig. Was den Eindruck bestärkt, dass Avinox auch langfristig ein stabiles und belastbares Gesamtpaket abliefern kann. Die bisherigen Fälle ließen uns weder an der Reife noch an der grundsätzlichen Zuverlässigkeit des Systems zweifeln.
Der Verschleiß am Bike mit dem neuen Avinox M2S
Auch der Verschleiß von Kette und Kassette am AMFLOW PR Carbon ist insgesamt im erwartbaren Rahmen geblieben. Die hohen Kräfte im System merkt man trotzdem: Uns sind ganze vier Ketten gerissen, vor allem dann, wenn unter Last mehrere Gänge gewechselt und die Kette dabei schräg belastet war. Ruft man Maximalleistung ab, sollte man also bewusst sauber schalten. Auch wenn Avinox mit der Leistungs-Reduktionsfunktion bei Schaltvorgängen, die man als erweitertes Feature aktivieren kann, schon aktiv gegensteuert, um genau sowas zu verhindern.
Mit 1.500 W Peak-Leistung betritt Avinox mit dem M2S ein neues Leistungsniveau. Ob man diese Werte auf dem Trail wirklich braucht – die Sinnhaftigkeit darf man auf jeden Fall hinterfragen –, in der Praxis funktionieren sie aber erstaunlich kontrolliert.
Gleichzeitig wirft diese Entwicklung grundsätzliche Fragen auf. Denn mit steigender Leistung verändert sich nicht nur die Fahrdynamik bergauf, sondern auch die Wahrnehmung von E-MTBs im öffentlichen Raum. Themen wie Trail-Zugang und Akzeptanz könnten dadurch stärker in den Fokus rücken. Parallel dazu zeigt Avinox, wie sich der Markt verschiebt: Das aktuelle Marktumfeld bekommt zunehmend Konkurrenz von Technologieunternehmen, die Systemintegration, Software und Batterietechnologie aus anderen Industrien mitbringen. Gleichzeitig trifft Avinox auf einen Markt, der längst nicht mehr nur über Wattzahlen definiert wird, sondern über Vertrauen, funktionierende Service-Netzwerke und eine Community, in der Glaubwürdigkeit nicht mitgeliefert, sondern über die Zeit aufgebaut wird.
Wie sinnvoll sind 1.500 W und 150 Nm?
Die enorme Leistung hat auch eine klare Kehrseite: den Verbrauch bei entsprechender Fahrweise. Wer den M2S oder M2 konsequent im Turbo- oder Boost-Modus fährt, leert den Akku, egal ob 600, 700 oder 800 Wh, schnell. In der Praxis heißt das: Selbst mit hoher Eigenleistung lässt sich der 800-Wh-Akku in rund 1,5 h komplett leerfahren. Dabei kommen zwar ordentlich Höhenmeter und Strecke zusammen – für eine schnelle Feierabendrunde ideal. Trotzdem macht es Sinn, die verschiedenen Modi des Avinox-Motorsystems an das eigene Nutzungsverhalten anzupassen und die Modi Eco oder Auto einzustellen.
Was wir uns von Avinox wünschen würden
So beeindruckend die neuen M2S- und M2-Systeme auch sind, unser Wunsch für die nächste Evolutionsstufe ist klar: weniger Eskalation bei der Spitzenleistung, dafür noch mehr Fokus auf Integration, Baumaß und Unauffälligkeit. Denn schon das Leistungsniveau des Avinox M1 mit rund 1.000 W und etwa 120 Nm hat ein Fahrerlebnis geliefert, das viele bestehende Maßstäbe im E-MTB-Segment verschoben hat. Keine Frage: Mehr Leistung macht erstmal auch mehr Spaß.
Trotzdem stellt sich die grundsätzliche Frage, ob der Weg immer nur nach oben führen muss. Gerade mit Blick auf die weiterhin im Raum stehende Debatte um mögliche Regulierung, Trail-Zugang und die öffentliche Wahrnehmung von E-MTBs wäre es aus unserer Sicht der spannendere Ansatz, die Entwicklung nicht allein über immer höhere Leistungswerte zu treiben. Viel reizvoller wäre ein System, das leichter, leiser und noch leistungsdichter wird, also mehr Leistung aus noch kleinerem Bauraum holt, ohne das Bike optisch sowie fahrdynamisch in Richtung übermotorisierter Grenzgänger zu verschieben.
Genau darin könnte für Avinox die nächste große Chance liegen. Wenn es gelingt, die Drive Unit weiter zu verkleinern, das System noch unauffälliger in moderne Bike-Konzepte zu integrieren und gleichzeitig die starke Charakteristik des Motors zu erhalten, könnte Avinox nicht nur bestehende Kunden begeistern, sondern auch völlig neue Zielgruppen erschließen. Denn ein Antrieb, der brutal leistungsfähig ist, dabei aber dezent, leise und elegant im Hintergrund arbeitet, dürfte für viele Hersteller und Fahrer noch attraktiver sein als ein weiteres Pluszeichen auf dem Datenblatt.
Das große Fazit zu den neuen Avinox M2S- und M2-Motorsystemen
Mit dem M2S und M2 verändert Avinox die Fahrweise in technischen Uphills grundlegend. Der Motor liefert nicht nur enorme Leistung und Drehmoment, sondern hält dieses Niveau auch im Labor erstaunlich stabil. Dazu kommen ein verbesserter Wirkungsgrad, eine starke Batterieplattform sowie ein integriertes digitales Ökosystem. Trotz der beeindruckenden Eckdaten bleiben beide Motoren auf dem Trail gut kontrollierbar und setzen vor allem in steilen, technischen Uphills eine neue Benchmark. Der eigentliche Mehrwert liegt damit weniger auf der Forststraße als im anspruchsvollen Gelände. Gleichzeitig bringt das System auch klare Nachteile mit sich: einen hohen Energiebedarf bei entsprechender Fahrweise und ein schwaches Leerlaufmoment.
Die neuen Avinox M2S- und M2-Systeme spielen in einer neuen Liga – und stellen einmal mehr die entscheidende Frage: Wie viel Leistung ist wirklich sinnvoll – und für wen? Der Avinox liefert mehr als genug Power für nahezu alle Rider. Doch statt die Eckdaten immer weiter zu eskalieren, braucht es vor allem eines: Balance. Miniaturisierung statt weiterer Maximierung. Die optimale Balance für 90 % der Rider sehen wir in kompakteren Systemen und Maximalleistungen unter 1.000 W.
Und der nächste logische Schritt geht noch weiter: Wie schaffen es Bike- und Motorenmarken, das Skill-Level und die Fähigkeiten ihrer Fahrer zu erhöhen, statt nur die Technik immer potenter zu machen?
Unterm Strich sind Avinox M2S und M2 aktuell mit die leistungsfähigsten Motorsysteme am Markt – und ein extrem attraktives Gesamtpaket, das schon jetzt viele Brands überzeugt. Gerade das macht die Entwicklung so spannend – und gleichzeitig riskant. Denn viele Bike-Marken, darunter auch einige wirtschaftlich angeschlagene Player, setzen aktuell alles auf ein Modell mit dem neuen Avinox-System. Für starke Marken kann das eine Chance sein, Momentum aufzubauen und sinnvoll in ihre eigene Identität zu integrieren. Andere hingegen laufen Gefahr, genau das Gegenteil zu tun: Sie stellen den Motor ins Zentrum ihrer Kommunikation und machen sich damit austauschbar. Wer seine Marke primär über ein zugekauftes System definiert, betreibt letztlich nichts anderes als Ingredient Marketing – und verliert genau das, was langfristig zählt: eine eigenständige Identität. Das Ergebnis ist ein trügerisches Alleinstellungsmerkmal. Denn was sich kurzfristig nach Differenzierung anfühlt, ist in Wahrheit oft nur Abhängigkeit.
Ob Avinox damit zum Befreiungsschlag für einzelne Bikemarken wird oder das Wettrüsten weiter antreibt, entscheidet sich nicht nur auf dem Trail – sondern vor allem in der Art und Weise, wie Marken mit genau diesem Spannungsfeld umgehen.
Tops
- extreme, aber gut kontrollierbare Leistung
- hohe Dauerleistung und starker Wirkungsgrad
- sehr starke Batterie- und Systemintegration
- tiefgreifendes, modernes Ökosystem
Flops
- Leerlaufmoment weiterhin nur mittelmäßig
Weitere Infos zum Avinox M2S- und M2-Motorsystem findet ihr bei Avinox.
Words: Benedikt Schmidt Photos: Peter Walker, Benedikt Schmidt, Lars Engmann


