
Preis 550 € (Guardian), 450 € (Air) | Gewicht 328 g (Apex), 205 g (Air) in Größe L | Hersteller-Website
Kalt, nass, windig – die Art von Wetter, bei der selbst hartgesottene Outdoor-Fans kurz ans Sofa denken. Doch genau hier trennt sich funktionelle High-End-Bekleidung von modischem Beiwerk.
7mesh aus Squamish, British Columbia, ist in einer Region zuhause, in der es nicht nur verdammt gute Trails gibt, sondern auch ordentlich Regentage. Perfekte Bedingungen also, um Jacken zu entwickeln, die nicht nur auf dem Bike funktionieren, sondern auch beim Wandern, Laufen oder dem morgendlichen Weg durch den Regenwald aus Laternenpfählen – auch bekannt als Innenstadt.
Der Markenname 7mesh ist eine Hommage an diḵwx̱wú7mesh Úxwumixw, die Squamish Nation, auf deren traditionellem Land die Firma gegründet wurde. Mit der Guardian Apex und der Guardian Air bringt 7mesh zwei Modelle an den Start, die denselben Anspruch teilen, aber zwei unterschiedliche Charaktere haben. Die Apex soll als vollwertige Regen- und Sturm-Barriere alles wegstecken, während die Air die dasselbe leisten will, dabei aber deutlich leichter ist.
Doch wie schlagen sich die zwei Kanadier, wenn der Regen waagerecht fällt? Und sind die Jacken ihren Preis von 550 bzw. 450 € wert?

Unser Model 1,85 m trägt hier Größe M.

Unser Model 1,85 m trägt hier Größe L.
Varianten & Passform der 7mesh Guardian Jacke
Die 7mesh Guardian Apex gibt’s für 550 € und ist in drei Farben erhältlich:
- Lake Blue – ein klares, kräftiges Blau
- Black – klassisch und unauffällig
- Supernova – ein leuchtendes, fast radioaktives Orange
Die Guardian Air gibt’s für 450 € in zwei Farbvarianten:
- Graphite – ein dezentes Dunkelgrau
- Deep Sea – ein dunkler, satter Blauton
Beide Jacken gibt es geschlechterspezifisch geschnitten und sind in Größen von XS bis XXL verfügbar.
Unser Tester (1,82 m, normalerweise Größe M) trägt die Guardian in M – passt.
Der zweite Tester (1,93 m, normalerweise L) bleibt bei L und beschreibt den Fit als „wie angegossen“. Die Jacken fallen leicht großzügig an Ärmeln und Hüfte aus, ohne dabei aufzutragen oder beim Sport zu stören.
Material & Features – Zwei Jacken, ein Anspruch
Beim Material setzt 7mesh auf die PFAS-freie GORE-TEX ePE-Membran. PFAS – per- und polyfluorierte Substanzen – sind eigentlich beliebt, weil sie Wasser und Fett zuverlässig abweisen. Das Problem: Sie bauen sich kaum ab und bleiben damit nahezu ewig in der Umwelt. Die ePE-Membran soll die nachhaltigere Alternative sein und sorgt trotzdem für robusten Wetterschutz. Kombiniert wird sie bei beiden Jacken mit einem strapazierfähigen Nylon-Außenstoff und einem recycelten Innenmaterial. Die Air nutzt ein 15D-NylongeMAGe für geringes Gewicht, die Apex hingegen 40D-Nylon für etwas mehr Abriebfestigkeit und Schutz.


Auch bei den Features zeigen sich Apex und Air als zwei Tiere derselben Art – eines etwas kräftiger, das andere leichter auf den Pfoten. Beide haben eine helmkompatible Kapuze, die sich angenehm tragen und per Snap komplett einklappen lässt. Beide lassen sich über das StashSystem auf das Maß einer kleinen Vesperbox komprimieren und anschließend per zwei Straps – etwas fummelig, aber zuverlässig – außen am Rahmen oder Lenker befestigen. Dazu kommt bei beiden das 360°-Artikulationsmuster, das für natürliche Bewegungen bei dynamischen Sportarten sorgen soll.
Die Apex bringt zusätzlich Belüftungs-Reißverschlüsse unter den Armen mit, ideal für lange, warme Anstiege. Die Air legt dafür eine Innentasche mehr drauf und wirkt insgesamt wie die dünnere, beweglichere Schwester.

Unterm Strich: Zwei Jacken aus demselben Stoff, aber mit unterschiedlichem Charakter. Die Apex spielt den wetterfesten Bodyguard, die Air die leichte, sportliche Windkatze, die man kaum spürt – aber immer dabei hat.
ABER: Beim Waschen ist Vorsicht angesagt. Beide Jacken sollten bei 40 °C im Schonwaschgang mit Flüssigwaschmittel ohne Weichspüler gereinigt werden.
Die 7mesh Guardian Apex und 7mesh Guardian Air im Test – Warm, dicht, beweglich
Spoiler: Auf dem E-Mountainbike in unserem Golden Herbst kann die Guardian Apex Jacke richtig was. Egal wie viele Schichten wir drunter hatten – bei 2 °C (ja unser Herbst ist so kalt:/) mit Baselayer, Shirt, Hoodie, zweiter Hoodie und Apex – die Jacke sitzt sauber, ohne noch etxra aufzutragen. Die Kapuze legt sich gut über den Helm, und über zwei Straps an der Hüfte lässt sich der Saum so fixieren, dass kein kalter Zug von unten reinkommt.
Die Bewegungsfreiheit bleibt in allen Situation einwandfrei, egal ob Angriffspostion aufm Bike oder in der sich krümmenden Schildkröten-Position, wenn sie vom Rad gefallen ist. Das verlängerte Rückenteil schützt auch noch Bereiche des Hinterteils gut, ohne ins Hinterrad zu reichen. Die Ärmel lassen sich selbst mit Handschuhen schnell anpassen, und auch die Reißverschlüsse sind mit kalten oder behandschuhten Fingern noch gut bedienbar.

Die Guardian Apex zeigt sich im Test robust, regen-und winddicht genug für winterliche Trailrunden. Der hohe Kragen schützt den Hals zuverlässig, und das Außenmaterial nimmt auch Kontakt mit Dornen und Ästen gelassen hin. Dabei fühlt man sich auch schlammverschmiert noch im Style, da die Jacke in Supernova und Lake Blue einfach chic aussieht, und die Verarbeitungsqualität bietet, die man sich bei dem Preis wünscht.
Highlight: die Packfunktion. Wer am Spätsommerabend zu viele Schichten trägt oder auf dem Heimweg noch eine wärmere Schicht braucht, kann die Jacke ruckzuck in sich zusammen packen und per Strap außen am Lenker oder Rahmen befestigen. Cool!
7mesh Guardian Air – Leicht, sportlich, sommerlich
Die Guardian Air fühlt sich spürbar dünner und luftiger an. Sie lässt sich ebenfalls problemlos über mehreren Schichten tragen und bietet auch durch den geringeren Materialeinsatz sehr gute Bewegungsfreiheit.
Der Zipper, der in beide Richtungen öffnet, genau wie bei der Apex, ist praktisch, wirkt aber etwas fummelig. Die Ärmelverstellung am Unterarm, ebenfalls auch an der Apex, funktioniert dagegen hervorragend und reduziert den unangenehmen Luftzug, der gerne durch die Ärmel ins Innere findet.
Die Air hat denselben Schnitt wie die Apex, wirkt aber aufgrund ihres hauchdünnen Materials in der Passform überraschend groß. Das Material ist zudem spürbar lauter – wenn man sich bewegt, hat man ein plastikartiges Geräusch im Ohr –, was man mögen kann oder nicht. Für den Winter ist sie weniger geeignet – außer, man packt fünf Zwiebelschichten darunter. Im Sommer und in den Übergangszeiten ist sie jedoch eine extrem vielseitige, leicht zu transportierende Wind- und Wetterschutzschicht.
Fazit zur 7mesh Guardian Apex und 7mesh Guardian Air Jacke
Die 7mesh Guardian Apex und Guardian Air zeigen, wie gut durchdachte Multisport-Jacken funktionieren können. Die Apex überzeugt mit starkem Wetterschutz, hoher Robustheit und einem Schnitt, der selbst auf technischen Trails maximale Bewegungsfreiheit lässt. Die Air ist die leichtere, atmungsaktivere Schwester für wärmere Tage und schnelle Einsätze. Beide sind kompakt verstaubar, clever konstruiert und hochwertig verarbeitet. Der Preis ist hoch, aber wer bei Schlechtwetter draußen bleibt und auf langlebige Performance setzt, investiert hier richtig.
Tops
- leicht und praktisch verstaubar an Lenker oder Rahmen
- zuverlässig wasser- und windabweisend
- viel Bewegungsfreiheit bei guter Passform
- robust mit hoher Verarbeitungsqualität
Flops
- sehr hoher Preis
- Air-Variante arg laut
Mehr Infos findet ihr unter 7mesh.com
Words & Photos: Robin Ulbrich



