4. Tag: Fast schon ein Ruhetag über den Passo della Foppa (del Mortirolo)

Strecke: 45,9 km, 2087 hm
Grosio – Passo Foppa/Mortirolo – Col Carette – Vezza d’Oglio – Ponte di Legno – Pezzo

Achtung! Beim Anstieg von Grosio zum Passo Foppa müssen rund 1200 Höhenmeter ohne sichere Nachlademöglichkeit bewältigt werden. Darauf muss man sich einstellen. Wer Bedenken hat, kann sich einen Shuttle organisieren:
Giordano Osmetti (sehr zuverlässig, spricht gut englisch: Phone +39 347 2590873 facebook.com

Auch die Hotels (siehe 3. Tag) sind gerne bei der Organisation behilflich.

Der Streckencheck am gestrigen Tag war erfolgreich. Wir nehmen einen ganz versteckten Weg, der uns unter Umgehung der Hauptstraße auf Schleichwegen durch die Gassen Grosios zur Straße zum Passo Foppa führt. Der letzte Teil ist zwar steil, aber das juckt uns nicht. Der Akku wird reichen bis zur Passhöhe, wo Passo della Foppa draufsteht und nur darunter in Klammern die Bezeichnung Mortirolo. Die Geschichte ist schnell erzählt:

Passo Mortirolo oder Foppa oder wie, was?! Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist verwirrend. De facto gibt es sowohl den einen als den anderen. Der Passo del Mortirolo liegt jedoch etwas abseits der Straße, wenn es nach dem Passo della Foppa hinunter nach Monno geht. Der eigentliche Straßenpass ist der Foppa. Der Hotelchef Jim Pini vom „Hotel Sassella“ in Grosio hat mir die Zusammenhänge erklärt. Foppa ist wie gesagt die alte, richtige Bezeichnung für den Straßenpass. Als dann der Giro d’Italia einige Male über diesen Pass führte, benutzte ein Reporter aus Unkenntnis den Namen des Passes Mortirolo, der Luftlinie keinen Kilometer entfernt liegt, aber nur auf Schotter zu erreichen ist. Das haben dann alle nachgeplappert und so bürgerte sich im Laufe der Zeit der „falsche“ Name für den „richtigen“ Pass ein. Durch die offenkundig hochwirksame normative Kraft des Faktischen ist inzwischen auch der Name „Foppa“ mehr und mehr von den Wegweisern vor Ort verschwunden. Nur oben an der höchsten Stelle findet man an einem Holzpfahl noch den verblichenen Schriftzug, der vom Foppa kündet. Und nun wieder auf dem großen Schild an der Straße.

Auf dem Weg zur Passhöhe begegnet uns kaum ein Fahrzeug. Es beginnt leicht zu tröpfeln, kurz nachdem wir das Beweisfoto an der Passhöhe gemacht. Wir verziehen uns schnell ins Albergo Mortirolo. Wir essen, laden die Akkus nach und warten auf besseres Wetter. Strahlender Sonnenschein will sich zwar nicht einstellen, aber zum Weiterfahren reicht es. Die Nebenstrecke über den Col Carette nach Vezza d’Oglio ist einfach, aber landschaftlich sehr reizvoll.

In Vezza d’Oglio wecheln wir auf den Radweg, der uns stracks nach Ponte di Legno führt. Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum Hotel Raggio di Luce. Das dient als Ziel für die Fahrer der Nebenroute, vor allem auch für die, die am nächsten Tag auf der Nebenroute direkt zum Passo Tonale fahren wollen. Carla, die Hotelchefin, spricht so rasend schnell Deutsch wie ihre Muttersprache Italienisch. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Das blitzsaubere Hotel liegt ruhig etwas oberhalb von Ponte di Legno. Wer hier Station macht, hat bei dieser kurzen Etappe ausreichend Zeit für einen Stadtbummel. Wir fahren heute noch weiter bis Pezzo ins „Da Guisy“. Das verträumte Dorf ist der perfekte Ort, um am nächsten Tag ein weiteres Highlight dieser eMTB-Transalp in Angriff zu nehmen – die Alta Via Camuna.

Hinweise zur Hauptroute

  • GPS-Track: 04-EAR-Grosio-Carette-Pezzo.gpx
  • endet in Pezzo, dort ist die Unterkunftskapazität begrenzt, ggf. in Ponte di Legno übernachten

Hinweise zur Nebenroute

Strecke: 40,2 km, 1553 hm
Grosio – Passo Foppa/Mortirolo – Monno – Incudine – Vezza d’Oglio – Ponte di Legno

  • GPS-Track: 04-EAR-Var-Grosio-Monno-PdLegno.gpx
  • eigentlich gibt es keinen Grund außer Wettersturz und/oder Dauerregen, ab Albergo Mortirolo auf die Nebenroute auszuweichen
  • Route endet am Hotel Raggio di Luce oberhalb von Ponte di Legno (siehe Übernachtungstipps)
  • Verlängerung nach Pezzo ist möglich und ggf. sinnvoll, wenn man am 5. Tag die Hauptroute über die Alta Via Camuna fahren möchte (zusätzlich 6 km und 360 Höhenmeter)
  • GPS-Track: 04-EAR-var-Raggio-di-Luce-Pezzo.gpx

Einkehrtipps mit sicherer Nachlademöglichkeit

  • Albergo Mortirolo (ca. 1 km nach Passhöhe, bis dorthin nur abwärts), Telefon: +39 0364 71163 passomortirolo.com
  • Vezza d’Oglio: Bar direkt im Ortszentrum Nähe der Kirche

Radshop mit eBike-Kompetenz

  • Coatti Moto @ Bike: 25050 Temu, Via Val d’Avio, Tel.:+39 0364 94364 coattimotoebike.it

Übernachtungstipps

  • Pezzo: „Da Giusy“ mit 3 Zimmern, in denen bis zu 14 Biker übernachten können. Im „Da Giusy“ kann man auch am Abend essen. Sehr gute Küche. Loc. Pezzo di Pontedilegno, Via Ercavallo 39 – Tel: +39 0364 92153
  • Ponte di Legno: Hotel Raggio di Luce, Chefin Carla spricht perfekt deutsch, sichere Bikegarage mit Waschmöglichkeit, Wäscheservice – Via Valeriana 46 – loc. Plazza vicino Ponte di Legno – 25050 Temu, Tel. +39 0364 900852 – mobil. +39 338 1140510

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