Vom Bauernhof in die Welt: Die Schweizer Bikemarke Thömus liebt den direkten und engen Kontakt zu ihren Kunden und lebt diesen auch am Firmensitz in Oberried im Schweizer Kanton Bern. Ein Bike, das dort gerade für mächtig Aufsehen sorgt, ist das brandneue Thömus Lightrider E1.

Thömus Lightrider E1 | 11.045 CHF | 20,54 kg | Shimano

Das Team von Thömus baut das neue Lightrider E1 nach den Wünschen seiner Kunden. Aus diesem Grund kann das Rad ganz nach den eigenen Bedürfnissen konfiguriert werden. Am extrem leichten und komplett aus Carbon gefertigten Rahmen unseres Testbikes fanden sich nur die edelsten Komponenten. Der im Unterrohr integrierte, 500 Wh starke Akku speist nicht nur den Shimano STEPS E8000 MTB-Antrieb mit Strom, sondern versorgt obendrein die edle Shimano XTR Di2-Schaltung. Das FOX Factory-Fahrwerk mit 150 mm Federweg besteht aus einer 36 FLOAT-Federgabel und einem X2-Dämpfer. Letzterer erfordert einiges an Know-how, um das perfekte Setup zu finden, funktioniert dann aber auch absolut spitzenmäßig. Auch die restlichen Komponenten sind nur vom Feinsten und fügen sich perfekt ins Gesamtbild ein – einzig den Lenker hätten wir uns etwas breiter gewünscht, 740 mm sind zu wenig.

Mit einem Gesamtgewicht von lediglich 20,54 kg ist das Lightrider E1 das leichteste Bike in unserem Test und das merkt man ihm auch deutlich an. Extrem flink und agil setzt es sämtliche Fahrimpulse um. Kurven verschlingt man mit dem Thömus nahezu und will man einmal an einer Kante abspringen, gelingt das spielerisch. Das Fahrwerk arbeitet effizient, bergauf lässt es keine Energie verpuffen, bergab schluckt es selbst die dicksten Steine und fiesesten Wurzelteppiche gelassen. Die XTR-Bremse verzögert kraftvoll, gerät aber bei langen Abfahrten speziell am Heck schnell an ihr Limit – eine größere Bremsscheibe wäre ein sinnvolles Upgrade. In Größe Medium (Reach 447 mm) ist die Sitzposition auf dem Rad mit einer Körpergröße von ca. 180 cm leicht gedrungen, eher aufrecht, aber durchaus komfortabel. Auf langen Touren gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln und auch steile Anstiege stellen für das Rad keine Herausforderung dar.

Helm Specialized Ambush | Jersey ION TEE LS SCRUB_AMP | Shorts ION BIKESHORTS SCRUB_AMP

Das Thömus Lightrider E1 im Detail

Federgabel FOX 36 FLOAT Factory 150 mm
Dämpfer FOX X2 FLOAT Factory 150 mm
Motor / Akku Shimano STEPS E8000 MTB / 504 Wh
Bremsen Shimano XTR
Schaltung Shimano XTR Di2
Sattelstütze KindShox LEV Integra
Vorbau Richtey WCS 45 mm
Lenker Richtey MTN Low Rizer 740 mm
Reifen Schwalbe Nobby Nic 2,8″
Laufräder DT Swiss EX1501 Spline One

Vollgepackt
Auf dem voluminösen Unterrohr prangt der riesige Thömus-Schriftzug. Im Inneren steckt der 500 Wh große Akku.
Unterdimensioniert
Die XTR-Bremse verzögert zwar kraftvoll, gerät aber speziell am Heck mit der 180-mm-Bremsscheibe auf langen Abfahrten schnell an ihr Limit. Wir empfehlen mindestens eine 200-mm-Scheibe oder noch besser eine Saint-Bremse.
Integriert
Die Züge wandern im Inneren des edlen Carbonrahmens zu ihrem Bestimmungsort. Das verleiht dem Rad eine sehr cleane Silhouette.
Kompliziert
Der FOX FLOAT X2 begeistert zwar mit einer herausragenden Funktion, erfordert beim Setup aber einiges an Know-how. Wer hier die optimale Performance erzielen möchte, sollte sich einige Zeit mit der Abstimmung beschäftigen. Eine Empfehlung für das Grundsetup findet man auf der FOX-Website.

Die Geometrie des Thömus Lightrider E1

Fazit

Das Thömus Lightrider E1 begeistert mit seinem sehr agilen und direkten Handling. Der edle Carbonrahmen und die High-End-Ausstattung führen zu einem extrem geringen Gesamtgewicht und lassen Bikerherzen höherschlagen. So viel technische Raffinesse hat aber ihren Preis: Mit über 11.000 CHF ist das von uns getestete Rad kein Schnäppchen. Dank Konfigurator hat man jedoch die Wahl, los geht’s immerhin ab 5.490 CHF.

Stärken

– sehr agiles Handling
– edler Rahmen
– geringes Gewicht

Schwächen

– teuer 🙁

Weitere Informationen findet ihr auf thoemus.ch!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was ist das beste E-Mountainbike 2017? – 14 Modelle im Test

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Text & Fotos: Christoph Bayer

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Christoph Bayer