Orange-Bikes sind in Großbritannien längst Kult. Die zuverlässigen Eingelenker haben sich eine echte Fangemeinde in der Core-Szene aufgebaut und werden beinahe wie in einer Sekte verehrt. Bei der Bike Place-Messe hat ein fast serienreifer E-Mountainbike-Prototyp unser Aufsehen erregt und wir zeigen euch die Details.

Mit seinen 160 mm Federweg an Front und Heck wirkt das 22,2 kg schwere E-MTB, als wäre es zu jeder Schandtat bereit.

Offiziell hüllt man sich bei Orange noch in Schweigen, doch das E-MTB mit Shimano-Motor könnte eine echte Trailwaffe werden, wenn es so gut fährt, wie es aussieht. Die Geometrie basiert auf dem bewährten unmotorisierten Alpine 6-Enduro, dürfte diesem also mit einem Lenkwinkel von 64,5º, einem Reach von 461 mm in Größe L und einem Radstand von 1.231 mm sehr nahe kommen. Den Designern bei Orange war es sehr wichtig, die Fahreigenschaften ihrer Mountainbikes auch bei ihren E-MTBs zu erhalten, und es ist ihnen gelungen, die Kettenstreben mit 430 mm auf der gleichen Länge zu halten.

Die Position des Drehpunkts ermöglicht es Orange, die Kettenstreben des Bikes auf der gleichen Länge zu halten wie bei ihren unmotorisierten MTBs.
Das Bike wurde bereits von den Profis des Orange-Teams gefahren. Sie waren von den Fahreigenschaften sehr angetan.
Der Q-Faktor unterscheidet sich dank des schmalen Shimano-Motors kaum von den normalen Mountainbikes der Briten.
Die Ausstattung ist noch nicht bestätigt, doch der FOX FLOAT X2 Factory würde eine gute Figur machen.
Bei einem Bike, das in Großbritannien entwickelt und gebaut wird, steht Reifenfreiheit immer sehr hoch auf der Prioritätenliste.

Obwohl es sich offiziell nur um einen Prototyp handelt, konnten wir aus den Orange-Jungs bereits herauskitzeln, dass dieses Projekt bald Wirklichkeit werden wird. Wir erwarten eine öffentliche Präsentation des Bikes im Juli 2017 und Preise zwischen 7.000 € und 8.800 €, je nach Ausstattung. Wer ein potentes und aggressives E-Mountainbike sucht, wird sich beim Anblick des neuen Orange mit Sicherheit die Hände reiben – und „Made in UK“ ist für viele nur noch ein weiteres Kaufargument. Wir freuen uns darauf, das Bike schon in Kürze selbst zu fahren und berichten euch natürlich zeitnah und exklusiv.

Text & Fotos: Trev Worsey

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