Wenn die Kette wieder einmal nur widerwillig von Ritzel zu Ritzel springt und es im Antritt kracht und knarzt, dann heißt das meistens: Es ist mal wieder Zeit, die Schaltung korrekt einzustellen. In diesem Tutorial erfahrt ihr, wie es geht.

Schwierigkeit
Mittel

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Benötigtes Werkzeug

  • 2,5-mm-Inbus
  • 5-mm-Inbus
  • ggf. Torx 25

Anleitung

Dies ist eine komplette Anleitung zum Einstellen eines SRAM EX1-Schaltwerks, die jedoch auch bei allen SRAM 11-fach-Schaltwerken funktioniert. Sollte die Schaltung bereits montiert sein, dennoch aber nicht richtig funktionieren, kann es gut sein, dass die meisten Einstellungen korrekt sind und nur die Justage eines einzelnen Faktors nötig ist. Dennoch empfiehlt es sich, anhand dieser Anleitung alle Fehlerquellen auszuschließen.

Als Erstes muss die Schaltung auf das kleinste Kettenblatt geschaltet werden. Sollte die Kette nicht auf das kleinste Ritzel springen, muss die Zugspannung mithilfe eines 5-mm-Inbus reduziert werden.
Als Erstes muss die Schaltung auf das kleinste Kettenblatt geschaltet werden. Sollte die Kette nicht auf das kleinste Ritzel springen, muss die Zugspannung mithilfe eines 5-mm-Inbus reduziert werden.
Dann den äußeren Anschlag mithilfe der inneren Schraube am Schaltwerk einstellen. Dreht man die Einstellschraube im Uhrzeigersinn, wandert das Schaltwerk nach innen und umgekehrt.
Dann den äußeren Anschlag mithilfe der inneren Schraube am Schaltwerk einstellen. Dreht man die Einstellschraube im Uhrzeigersinn, wandert das Schaltwerk nach innen und umgekehrt.
Richtig eingestellt sollte dann die obere Schaltrolle direkt unter dem kleinsten Ritzel stehen.
Richtig eingestellt sollte dann die obere Schaltrolle direkt unter dem kleinsten Ritzel stehen.
Nun wird der innere Anschlag eingestellt. Hierzu langsam nach oben schalten …
Nun wird der innere Anschlag eingestellt. Hierzu langsam nach oben schalten …
… und dann mit der äußeren Schraube den inneren Schaltanschlag einstellen. Dieser sollte so gewählt sein, dass man nicht in den Anschlag hineinschalten muss, um die Kette auf das größte Kettenblatt zu bewegen. Auch nach dem Schaltvorgang sollte noch minimales Spiel am Schalthebel vorhanden sein.
… und dann mit der äußeren Schraube den inneren Schaltanschlag einstellen. Dieser sollte so gewählt sein, dass man nicht in den Anschlag hineinschalten muss, um die Kette auf das größte Kettenblatt zu bewegen. Auch nach dem Schaltvorgang sollte noch minimales Spiel am Schalthebel vorhanden sein.
Ist die Kette auf dem größten Kettenblatt, kann direkt das Chain Gap (Schaltwerksvorspannung) eingestellt werden. Das Chain Gap ist die Distanz zwischen dem größten Ritzel und dem oberen Schaltwerksritzel und sollte ca. 12–14 mm betragen. SRAM bietet hierfür eine Schablone, das erleichtert die Einstellung.
Ist die Kette auf dem größten Kettenblatt, kann direkt das Chain Gap (Schaltwerksvorspannung) eingestellt werden. Das Chain Gap ist die Distanz zwischen dem größten Ritzel und dem oberen Schaltwerksritzel und sollte ca. 22 mm betragen. SRAM bietet hierfür eine Schablone, das erleichtert die Einstellung.
Die Schraube zum Einstellen des Chain Gaps befindet sich ebenfalls auf der Rückseite des Schaltwerks.
Die Schraube zum Einstellen des Chain Gaps befindet sich ebenfalls auf der Rückseite des Schaltwerks.
Da sich bei vielen Rädern die Länge des Hinterbaus und damit auch der Kette beim Einfedern verändert, muss das Chain Gap im SAG (auf dem Rad sitzend) kontrolliert und nachjustiert werden.
Da sich bei vielen Rädern die Länge des Hinterbaus und damit auch der Kette beim Einfedern verändert, muss das Chain Gap im SAG (auf dem Rad sitzend) kontrolliert und nachjustiert werden.
Nachdem alle Eckpunkte der Schaltung eingestellt sind, muss nun die Zugspannung eingestellt werden. Springt die Kette nicht sauber auf die oberen Ritzel, muss die Spannung erhöht werden (Schraube herausdrehen). Kommt es zu Problemen beim Herunterschalten, muss die Spannung reduziert werden (Schraube rein).
Nachdem alle Eckpunkte der Schaltung eingestellt sind, muss nun die Zugspannung eingestellt werden. Springt die Kette nicht sauber auf die oberen Ritzel, muss die Spannung erhöht werden (Schraube herausdrehen). Kommt es zu Problemen beim Herunterschalten, muss die Spannung reduziert werden (Schraube rein).
Nun ist die Schaltung perfekt eingestellt und das Rad ist bereit für die Trails!
Nun ist die Schaltung perfekt eingestellt und das Rad ist bereit für die Trails!

Mögliche Fehlerquellen

Falls nach der Anleitung die Schaltung nach wie vor nicht richtig funktioniert, sind hier noch einige verbreitete Fehlerquellen und ihre Folgen:

Schaltauge verbogen: Ist das Schaltauge verbogen, steht das Schaltwerk nicht mehr in der korrekten Achse zur Kassette und es kann sowohl beim Herauf- als auch beim Herunterschalten zu Problemen kommen. Außerdem kann es sein, dass die Kette über die Kassette hinausspringt. Deshalb unbedingt noch auf Tour den oberen Schaltanschlag so nachjustieren, dass die Kette nicht in die Speichen springen kann und möglichst bald ein neues Schaltauge montieren.

Schaltzug und -hülle verschlissen: Sind der Schaltzug und die Hülle schon älter, kann es aufgrund von Korrosion im Inneren zu einer erhöhten Reibung und damit zu unpräzisen, schwergängigen bzw. unvollständigen Schaltvorgängen kommen. Es empfiehlt sich, die Schaltzüge einmal im Jahr zu wechseln.

Außenhülle zu kurz: Ist die Außenhülle zu kurz, schaltet das Rad zwar möglicherweise im Montageständer korrekt, bei der Fahrt kommt es beim Einfedern jedoch zu Ghost-Shifting: Dann erfolgen Gangwechsel, ganz ohne Betätigen des Schalthebels. Hier hilft nur ein neuer Schaltzug inkl. Schalthülle.

Kettenglieder steif: Läuft die Kette nicht sauber über die Ritzel und es kommt zu Geräuschentwicklung, kann das auch an versteiften Kettengliedern liegen. Diese können entweder durch einen Steinkontakt verbogen oder durch falsche bzw. mangelnde Pflege eingerostet sein. Damit das nicht passiert, erklären wir euch in diesem Artikel, wie ihr eure Kette richtig pflegt.

Text & Fotos: Christoph Bayer