Gut Ding will Weile haben. Bereits für dieses Frühjahr war die Markteinführung des ROSE ELEC TEC geplant – doch leider verzögerte sich die Markteinführung immer wieder. Jetzt, pünktlich zur EUROBIKE, ist das E-Mountainbike des Bocholter Versenders verfügbar. Wir konnten es exklusiv schon einmal vorab unter die Lupe nehmen.

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Diffuses Licht fällt durch die riesige Glasfront auf den Besprechungstisch, der mit Prototypen und Plastikteilen aus dem 3D-Drucker gefüllt ist. Am Tisch sitzen Horst von Continental, der ROSE-Ingenieur Christoph und Ben aus der Marketingabteilung bei ROSE. Die drei besprechen die letzten Details des ROSE ELEC TEC. Bereits vor der Markteinführung durften wir einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Entwicklung des E-Mountainbikes werfen.

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Bei den ersten Konstruktionsskizzen wurde den ROSE-Ingenieuren schnell klar, dass sie kein Fahrrad um einen Motor herum konstruieren wollten – sondern ein Fahrrad bauen, dessen Motor sinnvoll integriert ist. Statt auf die typischen Motor-Anbieter zu setzen, wollte man eine eigene Lösung finden, die sich von der Masse der E-Mountainbikes abhebt.
Zur gleichen Zeit wurden bei ContiTech, Continentals Tochtergesellschaft für Technologien außerhalb der Automobilbranche, erste Entwürfe und Ideen für einen E-Motor gesammelt. Die Partnerschaft mit ROSE war recht schnell beschlossen, wobei beide Firmen ihr branchenübergreifendes Know-how in dieses Projekt einfließen lassen wollten.

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Der Prototyp des ROSE ELEC TEC.
Der Prototyp des ROSE ELEC TEC.

First Look: ROSE ELEC TEC

Resultat der gemeinsamen Entwicklung ist ein Trail-Hardtail mit 130 mm Federweg, Plus-Reifen und modern-aggressiver Geometrie. Das Bike kommt in einer Ausstattungsvariante mit RockShox Yari-Gabel, SRAMs EX1 E-Mountainbike-Schaltung und Race Face-Cockpit. Die Zielgruppe? Sportliche Fahrer, die ein sicheres wie spaßiges Trailbike suchen – zu einem fairen Preis!

Geometrie

Größe M L XL
Sitzrohr 440 mm 480 mm 520 mm
Oberrohr 595 mm 620 mm 640 mm
Steuerrohr 146 mm 148 mm 150 mm
Lenkwinkel 67° 67° 67°
Sitzwinkel 74° 74° 74°
Kettenstrebe 458 mm 458 mm 458 mm
BB drop 52 mm 52 mm 52 mm
Reach 404 mm 428 mm 448 mm
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Ausstattung

Gabel: RockShox Yari RC 130mm
Bremse: Sram Guide RE
Schaltung: SRAM EX1
Laufräder: SunRingle Duroc 40
Reifen: Schwalbe Nobby Nic 27,5×2,8
Cockpit: RaceFace Atlas 785mm mit RaceFace Turbin Vorbau
Sattel: Ergon SMA 30 Comp

Das Cockpit bleibt dank der minimalistischen Fernbedienung relativ clean.
Das Cockpit bleibt dank der minimalistischen Fernbedienung relativ clean.
Continental setzt auf ein reguläres Kettenblatt: Das erleichtert den Tausch und lässt Optionen für unterschiedliche Kettenblätter.
Continental setzt auf ein reguläres Kettenblatt: Das erleichtert den Tausch und lässt Optionen für unterschiedliche Kettenblätter.
Der Schwalbe Nobby Nic 2,8" soll für genügend Grip und Dämpfung sorgen – was insbesondere bei Hardtails wichtig ist.
Der Schwalbe Nobby Nic 2,8″ soll für genügend Grip und Dämpfung sorgen – was insbesondere bei Hardtails wichtig ist.
Das Display sitzt prägnant in der Mitte des Cockpits.
Das Display sitzt prägnant in der Mitte des Cockpits.
Die RockShox Reverb Stealth bringt den Ergon SMA30 sicher aus dem Weg.
Die RockShox Reverb Stealth bringt den Ergon SMA30 sicher aus dem Weg.
ROSE vertraut auf die E-MTB-spezifische SRAM Guide RE-Bremse, die mit einem größeren Bremssattel mehr Kraft zur Verfügung stellen soll.
ROSE vertraut auf die E-MTB-spezifische SRAM Guide RE-Bremse, die mit einem größeren Bremssattel mehr Kraft zur Verfügung stellen soll.
Die SUNringlé Duroc 40 soll den Plus-Reifen sicher abstützen.
Die SUNringlé Duroc 40 soll den Plus-Reifen sicher abstützen.
Die E-MTB-spezifische SRAM EX1 hat mit 11–48-Kassette genügend Bandbreite für alle Situationen.
Die E-MTB-spezifische SRAM EX1 hat mit 11–48-Kassette genügend Bandbreite für alle Situationen.
Clever: Auf dem Akku lässt sich ein Flaschenhalter anbringen.
Clever: Auf dem Akku lässt sich ein Flaschenhalter anbringen.
Der Motor liefert in der Spitze 90 nm, kommt mit großem 612-Wh-Akku und lässt sich über Display und Fernbedienung von Continental bedienen.
Der Motor liefert in der Spitze 90 nm, kommt mit großem 612-Wh-Akku und lässt sich über Display und Fernbedienung von Continental bedienen.
Der Akku lässt sich mit Zellen unterschiedlicher Kapazitäten bestücken.
Der Akku lässt sich mit Zellen unterschiedlicher Kapazitäten bestücken.
Der Motor wird von Brose geliefert – die Software kommt aber von Continental.
Der Motor wird von Brose geliefert – die Software kommt aber von Continental.
Die grafische Gestaltung des Rahmens ist an elektrische Leitungen angelehnt.
Die grafische Gestaltung des Rahmens ist an elektrische Leitungen angelehnt.

Die Gestaltung des Rahmens ist, typisch ROSE, eher klassisch zurückhaltend, passt aber gut ins Konzept: Wie elektrische Leitungen schlängeln sich die Farbakzente den Rahmen entlang, das Bike wird in einer roten und einer blauen Farbvariante angeboten. Was bis zu diesem Punkt noch sehr solide scheint, glänzt erst auf den zweiten Blick. Denn erst, wenn man mehr über das ELEC TEC erfährt, wird es richtig interessant: Das Unterrohr, das komplett von Conti gefertigt wird und nur durch Fräsarbeiten auf die Bedürfnisse des entsprechenden Fahrradherstellers angepasst werden muss, wird im Kokillengussverfahren gefertigt. Wer sich auskennt weiß, dass Motorkolben, die bis zu 8 t Belastung und 350 °C Hitze aufnehmen, im selben Verfahren gegossen werden. So kann das Unterrohr leicht, aber trotzdem sehr stabil gestaltet werden.

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Das Unterrohr wird entsprechend gefräst, angepasst an die Bedürfnisse des Bikes.
Das Unterrohr wird entsprechend gefräst, angepasst an die Bedürfnisse des Bikes.

Außerdem hat die Fertigung durch Continental den Vorteil, dass sich so das Gewicht betont tief im Unterrohr unterbringen lässt, was zu einem tiefen Schwerpunkt und einer hohen Laufruhe führen soll. Für das ELEC TEC hat ROSE zudem einen besonderen Yoke konstruiert, also den Übergang von Unterrohr zu Kettenstrebe. Er erlaubt die Montage von Plus- und 29″-Bereifung.

Clever: Die Fernbedienung ist an den Display angesteckt. So lassen sich die einzelnen Teile tauschen.
Clever: Die Fernbedienung ist an den Display angesteckt. So lassen sich die einzelnen Teile tauschen.

Problem des Direktversands: Wer wartet das E-Mountainbike?

Doch ein Problem ergibt sich beim Direktversand von E-Mountainbikes: Wo kann der Kunde sein Rad warten lassen? Was passiert, wenn es eine neue Software gibt? Dafür haben Continental und ROSE ein Fernwartungssystem in petto, welches dem Kunden erlaubt, sein E-Mountainbike an den eigenen Rechner anzuschließen, wo er selbst Updates durchführen kann. Falls es zu Steuerproblemen kommen sollte, kann ein Service-Mitarbeiter von Continental oder ROSE übernehmen und das Problem per Fernwartung beheben.

Außerdem soll der Motor in Zukunft eine Bluetooth-Fähigkeit bekommen, die es dem Kunden erlaubt, das Bike mit dem Handy zu überprüfen oder eine Navigationsroute auf das Display zu übertragen. Auf Wunsch können Display und Fernbedienung aber weichen und Platz für ein cleanes Cockpit schaffen – der Motor lässt sich dann über ein Bedienelement am Akku selbst steuern.

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Fazit

Mit dem ELEC TEC hat ROSE ein aggressives Trail-Hardtail gebaut, das es so bislang nicht auf dem Markt gibt. Wir sind sehr gespannt auf die ersten Fahrtests dieses Bikes, dessen Ausstattung und Geometrie eine Menge Spaß versprechen. Und das ist natürlich erst der Anfang! Features wie die Fernwartung zeigen auch, dass die zwei deutschen Firmen eine Vision für die Zukunft haben, auch wenn – typisch deutsch – gilt: Gut Ding will Weile haben.

Mehr Informationen findet ihr auf der ROSE Website.

PS: Leserumfrage 2017 - Feedback geben und gewinnen: Unter allen Teilnehmern bei unserer Leserumfrage verlosen wir Preise im Wert von über 20.000 € - unter anderem E-Mountainbikes von Focus, Moustache und Thömus! Klicke hier um mitzumachen!

Text & Fotos: Noah Haxel