NOX, noch nie gehört? Kein Wunder, bisher war es im Bereich E-Mountainbikes auch ziemlich still um die Berliner Kultschmiede. Mit dem EDF 6.7 Hybrid soll sich das jetzt ändern. Ob den Bike-Experten mit ihrem ersten E-Mountainbike gleich ein großer Wurf gelungen ist?

NOX EDF 6.7 Hybrid | 4.599 € | 21,87 kg | BROSE

Ihr habt noch keine NOX-Händler in eurer Nähe gesehen? Das liegt daran, dass die Bikes vor allem direkt über das Internet vertrieben werden – momentan noch eine echte Besonderheit bei E-Mountainbikes. Der Wegfall eines Vertriebsschritts ermöglicht es NOX, das Rad trotz des günstigen Preises mit einer sehr guten Ausstattung anzubieten. Angetrieben wird das Rad von einem steil gedrehten Brose-Antrieb, der von einem vollständig ins Unterrohr integrierten 580-Wh-Akku gespeist wird. Dieser kann für Wartungsarbeiten jedoch entnommen werden. Gegen Aufpreis bietet NOX seinen Kunden auch ein 770 Wh starkes Modell an – eine Sensation, die enorme Reichweiten ermöglicht. Das NOX EDF 6.7 verfügt wahlweise über 150 mm oder 170 mm Federweg am Heck, die in Front mit einer RockShox Lyrik mit 170 mm kombiniert wurden. Für unseren Test entschieden wir uns für den maximalen Federweg.

Direkt nach dem Aufsteigen wird schnell klar, wofür das Team von NOX das EDF 6.7 konzipiert hat: maximalen Spaß bergab! Die Sitzposition bergauf ist relaxt, der Sitzwinkel bei weitem Sattelauszug etwas flach, wodurch man leicht von hinten pedaliert. Dennoch kommt man mit dem Bike nahezu alle Steigungen empor. Der Brose-Antrieb arbeitet nahezu geräuschfrei, wenn auch nicht so kraftvoll wie Bosch und Shimano. Bergab begeistert das Bike dank top Fahrwerk und moderner Geometrie mit einem sehr laufruhigen Handling, vor allem in steilem Terrain. Aggressive Fahrer werden den langen Hauptrahmen (Reach 463 mm Gr. L) zu schätzen wissen. Weniger versierte Piloten müssen sich überwinden, genug Gewicht aufs Vorderrad zu verlagern, um nicht in den Kurven zu untersteuern. Die 27,5″-Laufräder unterstreichen das agile Handling und machen das Rad zu einem echten Kurven-Killer.

Helm Giro Chronicle MIPS | Jersey Alpinestars Mesa LS-Jersey | Shorts POC Trail Vent-Shorts | Rucksack EVOC STAGE 15l

Das NOX EDF 6.7 Hybrid im Detail

Federgabel RockShox Lyrik RCT3 170 mm
Dämpfer RockShox Monarch Plus RC3 170 mm
Motor / Akku BROSE / 580 Wh
Bremsen SRAM Guide R
Schaltung SRAM GX
Sattelstütze RockShox Reverb Stealth
Vorbau NOX EDH Stem 45 mm
Lenker NOX DH Bar 780 mm
Reifen Maxxis Highroller II / Minion DHR II
Laufräder DT Swiss E1900 Spline

Erweiterbar
Schon jetzt verfügt das EDF 6.7 mit 580 Wh über eine sehr hohe Reichweite. In Kürze kann man das Rad sogar mit einem 770-Wh-Akku bestellen. Das Mehrgewicht beträgt laut NOX weniger als 1 kg.
Aufgesetzt
NOX hat zwar den Akku super ins Unterrohr integriert, bei der Integration des Motors das Konzept aber nicht vollständig zu Ende verfolgt – er wirkt aufgesetzt.
Austauschbar
Das große Display unseres Testbikes kann auf Wunsch auch gegen ein Mini-Display ersetzt werden, wie man es bereits von ROTWILD kennt.
Variabel
Das NOX EDF 6.7 kann mit wahlweise 150 mm oder 170 mm Federweg am Heck gefahren werden. Wir entschieden uns während des Tests für die Variante mit dem maximalen Federweg, die jede Menge Komfort und viele Reserven lieferte.

Die Geometrie des NOX EDF 6.7 Hybrid

Fazit

Das NOX EDF 6.7 richtet sich vor allem an versierte Fahrer, die maximalen Fahrspaß und ein agiles Handling auf anspruchsvollen Abfahrten suchen. Wer es gerne gemütlich angeht, ist mit diesem Bike möglicherweise überfordert. Uphills sind für das EDF 6.7 eher Mittel zum Zweck, der Fokus liegt ganz klar auf dem Downhill. Und da geht das NOX richtig ab!

Stärken

– viel Fahrspaß für versierte Fahrer
– hohe Reichweite

Schwächen

– klettert nur mittelmäßig bergauf
– for Experts only!

Weitere Informationen findet ihr auf noxcycles.com!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was ist das beste E-Mountainbike 2017? – 14 Modelle im Test

Alle Bikes im Test: BULLS E-Core Di2 FS 27,5+ | CUBE Stereo Hybrid 160 Action Team | FLYER Uproc7 8.70 | FOCUS JAM2 FACTORY | Giant Full-E+ 0 SX | Haibike XDURO AllMtn 8.0 | Lapierre Overvolt AM 900+ Carbon | MERIDA eONE-SIXTY 900E | ROTWILD R.E+ FS PRO | SCOTT E-Genius Tuned 700 Plus | Specialized Turbo Levo FSR Expert 6Fattie | STEVENS E-Sledge+ ES | Thömus Lightrider E1

Text & Fotos: Christoph Bayer

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Christoph Bayer