Der Markt an E-Mountainbikes wächst schneller und schneller. Beinahe jeder namenhafte Hersteller hat mittlerweile Mountainbikes mit E-Unterstützung im Programm. Beim Kunden sorgt dieses enorme Angebot jedoch häufig für Verunsicherung. Wir verraten euch nun in unserer dreiteiligen Kaufberatung was es bei der Anschaffung zu beachten gilt und geben Tips damit am Ende jeder, das für sich geeignete Rad findet.

Während wir euch im ersten Teil grundlegendene Informationen rund ums Thema E-Mountainbike gegeben haben, folgten im zweiten Teil Tipps, mit denen ihr das für euch richtige E-Mountainbike findet. Im dritten Teil folgen nun nützliche Hinweise, worauf es beim Kauf zu achten gilt und wie ihr den Fahrspaß mit euren neuen E-Moutainbike maximiert.

Was zählt ist Fahrspaß! Egal ob mit einem Fully oder Hardtail, wir geben euch Tips worauf es beim Kauf zu achten gilt.
Was zählt ist Fahrspaß! Egal ob mit einem Fully oder Hardtail, wir geben euch Tips worauf es beim Kauf zu achten gilt um die Performance auf dem Trail noch weiter zu verbessern.

Wie wir bereits im zweiten Teil der Kaufberatung und in der ersten Ausgabe des E-Mountainbike Magazin festgestellt haben, ist der Motor meist nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Wahl eines E-Mountainbikes. Viel wichtiger ist ein stimmiges Gesamtkonzept und eine zum Fahrer passende Geometrie und Rahmenform. Unerfahrene Fahrer können diese Faktoren nicht vom Papier ablesen. Das Einzige was hier Klarheit schafft ist eine gute Beratung und die Möglichkeit, das Rad auf einer Probefahrt zu testen.

Kauf im qualifizierten Fachhandel!

E-Mountainbikes sind sehr service- und beratungsintensive Sportgeräte. Mit unserer Kaufberatung geben wir euch ein Tool zur Hand, welches die Wahl des richtigen Rades erleichtert, die Ermittlung der richtigen Rahmengröße, sowie die Abstimmung des Rades an persönliche Bedürfnisse sollte jedoch über den qualifizierten Fachhandel erfolgen.

Die persönliche Beratung ist ein großer Vorteil des Fachhandels.
Persönliche Beratung, individuelle Anpassungen und die Möglichkeit zur Probefahrt – der Fachhandel hat unzählige Vorteile.

Die Vorteile des Fachhandels im Überblick:

  • Ausführliche Beratung: Bei den komplexen Rädern hilft eine kompetente Beratung, den Überblick zu behalten und die Details und Features des Rades genau kennenzulernen.
  • Probefahrt: Ähnlich wie beim Auto ist eine Probefahrt vor dem Kauf des Rades Pflicht. Erst hier stellt sich heraus, ob das Rad tatsächlich zu einem passt. Zudem erhält man einen kurzen Eindruck der Fahreigenschaften. Es gilt: Je ausführlicher die Probefahrt, umso weniger Überraschungen gibt es nach dem Kauf.
  • Individuelle Anpassungen sind direkt realisierbar: Ist der Vorbau zu lang, der Lenker zu schmal und der Sattel unbequem? Kein Problem! Meist lässt sich das Rad noch vor dem Kauf an die persönlichen Vorlieben anpassen.
  • Abstimmung des Fahrwerks: Das Fahrwerk eines E-Mountainbikes lässt sich in der Regel komplett an den Fahrer anpassen. Der Händler hilft bei all den Funktionen den Überblick zu behalten und das erste Setup vorzunehmen.
  • Ansprechpartner im Servicefall: Sollte doch einmal etwas defekt sein, so ist der Händler der erste Anlaufpunkt. Er kann kaputte Teile entweder direkt selbst tauschen, Instand setzen oder zum Service einsenden. Häufig bieten Händler zur Überbrückung Leihräder oder Ersatzteile an.

Guter Service geht vor Preisdumping!

Niedrige Preise lassen sich meist nur durch mangelnde Servicequalität realisieren. Dies bedeutet für den Kunden im Falle des Falles längere Wartezeiten. Ähnlich wie beim Auto benötigt man auch für den Service von E-Mountainbikes spezielle Schulungen und teure Diagnosesoftware. All dies ist im Verkaufspreis des Rades mit eingerechnet, wodurch vielen Händlern hier nur noch wenig Spielraum für Rabatte zur Verfügung steht.

Darauf solltet ihr beim Kauf achten!

Wie oben erwähnt ist ein Vorteil des stationären Handels, dass Wünsche und Änderungen im Bereich der Ausstattung meist noch vor der Übergabe des Rades realisiert und dann mit dem Kaufpreis verrechnet werden können.
Wir geben euch hier einige Tipps, worauf ihr bei der Ausstattung eures zukünftigen E-Mountainbikes achten solltet:

Reifen: Sie sorgen nicht nur für Grip in der Abfahrt, sondern sind auch für die Traktion bergauf verantwortlich. Aufgrund des Plus an Leistung und des gesteigerten Gewichts des Rades, ist es wichtig stabile und ausreichend profilierte Reifen zu montieren. Unser Kauftipp: Der Schwalbe Hans Dampf Snake Skin 2,35″ und bei schmalen Hinterbauten der Schwalbe Nobby Nic Snake Skin 2,25″ als Hinterreifen.

Die großen Profilblöcke des Schwalbe Hans Dampf sorgen für viel Grip.
Die großen Profilblöcke des Schwalbe Hans Dampf sorgen für viel Grip.

Cockpit: Der Lenker stellt einen direkten Kontaktpunkt zum Fahrer dar und ist dadurch entscheidend mit für das Handling des Rades verantwortlich. Für die volle Kontrolle und weniger Überschlagsgefühle in steilem Gelände empfehlen wir einen Lenker mit mind. 720 mm Breite und einen Vorbau mit einer Länge von max. 80 mm.

So muss es sein: Der kurze Vorbau (70mm) und der breite Lenker (750mm) bringen mehr Sicherheit in allen Fahrsituationen.
So muss es sein: Der kurze Vorbau (70mm) und der breite Lenker (750mm) bringen mehr Sicherheit in allen Fahrsituationen.

Federgabel: Die Federgabel ist beim E-Mountainbike aufgrund des hohen Gewichts starken Belastungen ausgesetzt. Eine Steckachse ist daher Pflicht! Auf einen Lenker-Hebel zum Blockieren kann dagegen getrost verzichtet werden. Dieser sorgt nur für ein Durcheinander am Lenker und beeinträchtigt die intuitive Bedienung entscheidender Hebel und Knöpfe.

Sieht aus wie ein Schnellspanner, ist jedoch eine Steckachse und bringt dadurch deutlich mehr Verwindungssteifigkeit.
Sieht aus wie ein Schnellspanner, ist jedoch eine Steckachse und bringt dadurch deutlich mehr Verwindungssteifigkeit.

Bremsen: Durch das erhöhte Gewicht des E-Mountainbikes verglichen mit einem Mountainbike ohne E-Antrieb sind die Bremsen deutlich höheren Belastungen ausgesetzt. Wir empfehlen daher eine Bremsscheibengröße von mind. 180 mm (vorne und hinten).

Bremsscheiben mit einem Durchmesser von mind. 180 mm bringen den Fahrer auch bei längeren Abfahrten sicher zum Stehen.
Bremsscheiben mit einem Durchmesser von mind. 180 mm bringen den Fahrer auch bei längeren Abfahrten sicher zum Stehen.

Teleskopsattelstütze: Sie sind die größte Evolution nach der Erfindung der Federgabel und der Scheibenbremse. Mit einer Teleskopsattelstütze ist der Sattel für die Abfahrt innerhalb von Sekunden abgesenkt. Sie sorgen für Sicherheit und Fahrspaß! Ein Lenker-Remote-Hebel ist für maximalen Bedienkomfort Pflicht!

Die RockShox Reverb ist eine der verbreitetsten Teleskopsattelstützen. Sie punktet mit einer hervorragenden Funktion und top Ergonomie.
Die RockShox Reverb ist eine der verbreitetsten Teleskopsattelstützen. Sie punktet mit einer hervorragenden Funktion und top Ergonomie.

Welches Rad beim großen E-Mountainbike Magazin Vergleichstest die begehrte Auszeichnung des Testsiegers gewinnen konnte, und welches Bike unser Kauftipp ist, erfahrt ihr in der Ausgabe #001 des E-Mountainbike Magazin (digital und kostenlos natürlich)!

Text & Bilder: Christoph Bayer