Das bewährte Haibike XDURO AllMtn hat für die Saison 2017 eine umfassende Frischzellenkur erhalten und besitzt nicht nur eine überarbeitete Geometrie, sondern rollt von nun an auch auf griffigen Plus-Reifen. Rollt es damit der Konkurrenz davon?

Haibike XDURO AllMtn 8.0 | 6.499 € | 22,94 kg | Bosch

Das Haibike XDURO AllMtn ist ein echter Evergreen im E-Mountainbike-Segment und auch 2017 nicht aus dem Portfolio der Schweinfurter wegzudenken. Damit es weiterhin konkurrenzfähig ist, wurde das Rad grundlegend überarbeitet und besitzt nun eine etwas längere und flachere Geometrie, es rollt auf 3,0″ breiten Schwalbe Nobby Nic-Plusreifen und verfügt über eine überarbeitete Ausstattung. Optisch hat sich an dem Bike wenig verändert und so besitzt es noch immer den gewohnten Knick im Oberrohr, die bekannte Umlenkung und das markante Gravity-Casting, an dem Motor und Dämpfer befestigt sind. Bei unserem Testmodell soll in Front eine MAGURA Boltron-Upside-Down-Federgabel mit 150 mm Federweg Schläge wegfiltern und die MT7-Bremse aus gleichem Haus soll für sichere Verzögerung sorgen. Angetrieben wird das Bike vom bekannten Bosch Performance CX-Motor.

Schon nach wenigen Metern auf dem neuen XDURO AllMtn wird klar: Es fühlt sich noch immer wie ein Haibike an. Nicht nur optisch sind sich die Franken treu geblieben, auch das Fahrgefühl ist weiterhin sehr ähnlich. Aufrecht und sehr komfortabel sitzt man auf dem 6.499 € teuren Bike. Der Motor liefert wie gewohnt ordentlich Power und so klettert man relaxt bergauf. In wirklich steilem Gelände muss man jedoch etwas auf dem Sattel nach vorn rutschen, um ein Steigen des Vorderrads zu verhindern. Dank des hohen Tretlagers setzen zwar die Kurbeln im verblockten Terrain nie auf, als Fahrer hat man in der Abfahrt jedoch das Gefühl, mehr auf als im Rad zu stehen – speziell in Kurven ein Nachteil. Die MAGURA Boltron-Federgabel filtert zwar kleine Unebenheiten feinfühlig weg, gerät bei dickeren Brocken aber schnell ans Limit und erwies sich trotz 20-mm-Steckachse als sehr weich. Bei Highspeed bleibt das Bike vor allem aufgrund seines hohen Gewichts sicher auf Kurs.

Helm Troy Lee Designs A1 | Jersey Fox Indicator LS | Shorts iXS Vapor 6.1 Trail-Shorts | Rucksack USWE AIRBORNE 15l

Das Haibike XDURO AllMtn 8.0 im Detail

Federgabel Magura Boltron 150 mm
Dämpfer FOX FLOAT DPS Factory 150 mm
Motor / Akku Bosch Performance CX / 500 Wh
Bremsen Magura MT7
Schaltung SRAM EX1
Sattelstütze Kind Shock LEV-DX
Vorbau Haibike Gravity A-Head 50 mm
Lenker Haibike TheBar 780 mm
Reifen Schwalbe Nobby Nic 3,0″
Laufräder DT Swiss XM 1501 Spline One

Kraftvoll
Die MAGURA MT7 ist eine der besten Bremsen für den Einsatz am E-Mountainbike. Sie ist kraftvoll, lässt sich feinfühlig dosieren und überhitzt auch auf langen Abfahrten nicht.
Umgelenkt
Für eine optimale Hinterbauperformance setzt Haibike auf eine zusätzliche Umlenkrolle, die die Federung vom Motor entkoppelt und so ein effizientes Beschleunigen ermöglicht.
Voll fett
Haibike verbaut als einziger Hersteller die 3,0″ breiten Plus-Reifen. Sie liefern jede Menge Komfort und guten Grip, neigen bei falschem Luftdruck aber schnell zum Walken und fahren sich dann etwas undefiniert.
Überfordert
Die eigentlich speziell für den Einsatz am E-Mountainbike entwickelte MAGURA Boltron-Federgabel kann leider nicht überzeugen. Sie ist weder in Sachen Dämpfung noch bei der Steifigkeit auf dem Niveau einer FOX 36 oder RockShox Lyrik und auch das Handling der Steckachse ist alles andere als einfach und intuitiv.

Die Geometrie des Haibike XDURO AllMtn 8.0

Fazit

Haibike hat mit dem neuen XDURO AllMtn einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Mit der nach wie vor eher kompakten Geometrie und den verbauten Komponenten spricht das Rad vor allem entspannte Tourenbiker an. Im anspruchsvollen Gelände gerät das Bike ans Limit.

Stärken

– komfortable Sitzposition
– feinfühliges Fahrwerk

Schwächen

– kippeliges Handling, speziell in Kurven
– Federgabel kann nicht mit dem Hinterbau mithalten

Weitere Informationen findet ihr auf haibike.com!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was ist das beste E-Mountainbike 2017? – 14 Modelle im Test

Alle Bikes im Test: BULLS E-Core Di2 FS 27,5+ | CUBE Stereo Hybrid 160 Action Team | FLYER Uproc7 8.70 | FOCUS JAM2 FACTORY | Giant Full-E+ 0 SX | Lapierre Overvolt AM 900+ Carbon | MERIDA eONE-SIXTY 900E | NOX EDF 6.7 Hybrid | ROTWILD R.E+ FS PRO | SCOTT E-Genius Tuned 700 Plus | Specialized Turbo Levo FSR Expert 6Fattie | STEVENS E-Sledge+ ES | Thömus Lightrider E1

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Text & Fotos: Christoph Bayer

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Christoph Bayer