FOCUS hat das brandneue JAM² ganz bewusst nicht nur als reines E-Mountainbike eingeordnet. So findet man das Bike auf der Website sowohl unter klassischen Mountainbikes als auch bei den E-Modellen. Wie gut gelingt dieser Spagat?

FOCUS JAM² 29
FOCUS JAM² 29 | SHIMANO | 22,09 kg | 4.499 €

Das brandneue FOCUS JAM² steckt voller Besonderheiten. Da ist zum einen das revolutionäre T.E.C.-Akkukonzept mit einem fest im Rahmen verbauten 386-Wh-Akku. Bei Bedarf kann er um die gleiche Menge Energie mit einem 500 € teuren, externen Akku erweitert werden. Zum anderen verfügt das Bike über den F.O.L.D.-Hinterbau mit Umlenkpunkten, die komplett im Rahmendreieck positioniert sind. Beim Antrieb setzt FOCUS auf den Shimano STEPS E8000-Motor, der dank seines kompakten Bauraums eine sportliche Geometrie mit kurzen Kettenstreben ermöglicht. Als einziges Bike im Test verfügt das JAM² über 29″-Laufräder, ist aber auch mit 27.5+ Laufrädern erhältlich. FOCUS verbaut jeweils für die Laufradgröße optimierte Hinterbauten. So kann man zwar theoretisch 27.5+ Laufräder im 29er fahren, umgekehrt ist das aber nicht möglich.

FOCUS JAM² 29
„Dank der 29″-Laufräder beschleunigt das JAM² willig und hält die Geschwindigkeit dann auch ohne großen Kraftaufwand“
FOCUS JAM² 29 FOCUS JAM² 29

„Einschalten, aufsteigen, wohlfühlen“ lautet die Devise auf dem neuen JAM². Alles wirkt vertraut. Über den ergonomisch erstklassigen Remotehebel, der die Form eines klassischen Shimano-Schalttriggers besitzt, wählt man die Unterstützungsstufen ohne jegliche Handakrobatik aus und hat so stets die Hand sicher am Lenker. Die meiste Zeit fuhren wir das Rad im Trail-Modus, der mit seiner progressiven Leistungsentfaltung überzeugt. Dank der 29″-Laufräder beschleunigt das JAM² willig und hält die Geschwindigkeit dann auch ohne großen Kraftaufwand – genial auf flachen Trails! Kurven meistert das FOCUS souverän und fährt sich dabei sehr definiert. Die 140 mm Federweg werden am Hinterbau effizient genutzt, wodurch das Bike dem Fahrer viel Feedback vom Untergrund vermittelt, ohne aber unkomfortabel zu sein. Die RockShox Recon Silver-Federgabel hingegen gerät bei Highspeed und in technischem Terrain ebenso an ihre Grenzen wie die verbauten Continental Mountain King-Reifen. Beide Teile werden dem Potenzial des Rahmens nicht gerecht und limitieren die Performance bergab deutlich.

FOCUS JAM² 29
Helm iXS Trail RS Evo | Jersey EVOC Long Sleeve | Rucksack USWE Airbone 15 | Shorts POC Trail Vent Shorts

Das FOCUS JAM² 29 im Detail

Federgabel RockShox Recon Silver RL 140 mm
Dämpfer RockShox Deluxe RT 140 mm
Motor / Akku Shimano Steps E8000 / 386 Wh (pro Akku)
Bremsen Shimano Deore
Schaltung Shimano XT/SLX
Sattelstütze Concept Drop
Vorbau Concept 55 mm
Lenker JD MTB 11AFS Concept 760 mm
Reifen Continental Mountain King 2
Laufräder Concept Wheels

FOCUS JAM² 29
Pferdefuß
Die RockShox Recon Silver wird dem JAM² performancetechnisch nicht gerecht. Ihr fehlt es nicht nur an Steifigkeit, sondern auch an einer angemessenen Dämpfung.
FOCUS JAM² 29
Push the Button
Ähnlich wie bei einem modernen Auto startet auch das JAM² nach einem Druck auf dem markanten Startknopf – we like!
FOCUS JAM² 29
Doppelt genutzt
Die Öffnungen am Steuerrohr transportieren nicht nur die Kabel an ihren Bestimmungsort, sondern ermöglichen auch einen Luftstrom, der die Wärme des Akkus abtransportieren soll.
FOCUS JAM² 29
Einzigartig
Der FOCUS F.O.L.D.-Hinterbau im JAM² überzeugt mit seiner sehr definierten Charakteristik. Er spricht feinfühlig an, gibt gutes Feedback und schluckt auch größere Brocken souverän.

FOCUS JAM² 29
Geometrie
FOCUS JAM² 29

Fazit

Das FOCUS JAM² 29 überzeugt mit seinem hochwertigen Rahmen, dem genialen T.E.C.-System, einem agilen Handling und weiteren innovativen Details. Es ist ideal für alle, die ein schnell rollendes E-Mountainbike für lange Touren suchen. Die günstige Ausstattung – insbesondere die Federgabel – wird dem edlen Rahmen jedoch nicht gerecht. Der Preis ist hoch und wer viel Reichweite will, muss für den T.E.C.-Zusatzakku weitere 500 € einkalkulieren.

Stärken

– auf flachen Trails kaum zu stoppen
– edler Rahmen mit schönen Details

Schwächen

– Federgabel schnell überfordert
– Reifen bieten wenig Grip

Weitere Informationen findet ihr auf focus-bikes.com!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: 11 E-Mountainbikes unter 5.000 € im Vergleich

Alle Bikes im Test: Bergamont E-Trailster 8.0CENTURION No Pogo E2000 27+ | Giant Full-E+0 Pro | Haibike SDURO AllMtn 7.0 | KTM MACINA Kapoho LT 273 | MERIDA eONE-SIXTY 800 | NOX Bike EDT 5.1 HybridSCOTT E-Genius 720 Plus | Specialized Turbo Levo FSR 6FATTIE | Trek Powerfly 8 FS

Text & Fotos: Christoph Bayer

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