Fragt man Mountainbiker nach den besten Laufrädern, schießt den meisten wohl als erstes DT Swiss in den Kopf. Die Schweizer gelten seit Jahren als Referenz und möchten diese Position nun auch bei E-Mountainbikern ausbauen. Wir hatten die exklusive Gelegenheit, den brandneuen DT Swiss HX 1501 SPLINE ONE-Laufradsatz über die letzten Monate zu testen und verraten euch, wie er sich geschlagen hat.

Welchen Motor hat das Bike? Ist das die neue SRAM EX1-Schaltung? Die neue FOX 36 ist der Hammer, die solltest du bei dir auch nachrüsten … So oder so ähnlich klingt es, wenn E-Mountainbike-Enthusiasten aufeinandertreffen und über ihr Hobby fachsimpeln. Von allen Parts am Bike werden die Laufräder wohl am leichtesten übersehen. Doch Kenner wissen: Ein gutes Laufrad ist für das Fahrverhalten und die Dauerhaltbarkeit eines Bikes wichtiger als eine High-End-Schaltung oder ein teurer Carbonlenker.

DT Swiss HX 1501 SPLINE ONE – 35 mm Innenbreite – 2.065 g – 1.118 €

Zeit, dieses Nischendasein zu beenden und das Thema Laufrad einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Laufrad-Spezialist DT Swiss stellt mit der HYBRID-Serie die ersten Laufräder vor, die konsequent auf den sportlichen E-Mountainbike-Einsatz ausgelegt wurden. Alle technischen Details und die Hintergründe zur Entwicklung der HYBRID-Produkte gibt es in unserer Produktvorstellung. Doch wie schlagen sich die neuen Räder im Praxistest?

Die Montage der DT Swiss HX 1501 SPLINE ONE

Das Alu-Topmodell der HYBRID-Palette hört auf den Namen HX 1501 SPLINE ONE und kommt wahlweise mit 25 mm, 30 mm oder 35 mm Felgeninnenbreite. Wir hatten die breiteste Version im Einsatz, die für Reifen von 2,35″ bis 3,0″ ausgelegt ist und damit wohl die meisten E-Mountainbiker ansprechen dürfte. Unser Testlaufradsatz kommt auf ein Gewicht von 2.111 g und liegt damit nur knapp über der Herstellerangabe von 2.088 g. Preislich liegt der Laufradsatz bei 1.118 €, DT bietet jedoch auch günstigere Varianten an.

Das verspielte FOCUS JAM² FACTORY war das ideale Testrad für die HX 1501.

Getestet wurden die Laufräder in einem FOCUS JAM² FACTORY mit MAXXIS Rekon 2,8″-Reifen. Die Tubeless-Montage verlief problemlos, der Einbau der Laufräder bot keinerlei Überraschungen. Alle HYBRID-Laufräder werden mit Shimano- und XD-Freiläufen ausgeliefert, die sich spielend leicht und ohne Werkzeug umrüsten lassen. Begrüßt haben wir auch DTs Entscheidung, auf eine 6-Loch-Bremsaufnahme zu setzen – Shimanos CENTER LOCK-System zeigte sich in der Vergangenheit immer wieder als anfällig.

Die Tubeless-Montage der MAXXIS Plus-Reifen war ein Kinderspiel, das Felgenband ist bereits aufgezogen und die Ventile liegen bei.
DTs Ratchet System wurde für den E-Mountainbike-Einsatz angepasst und verfügt in den HYBRID-Laufrädern über 24 Zähne.
Die dezente Optik ist Understatement, die Qualitätsanmutung der DT Swiss HX 1501 ist über jeden Zweifel erhaben.

Bereits bei der Montage fällt die durchweg hochwertige Materialanmutung auf, die Laufräder sehen nicht nur edel aus, sie fühlen sich auch so an. Statt billiger Aufkleber kommen aufwendige Waterslide-Decals zum Einsatz, die bei jeder Felge von Hand angebracht werden. Das Einspeichen erfolgt ebenfalls von Hand und ist laut DT Swiss ebenso wichtig für die Haltbarkeit wie die hochwertigen Einzelkomponenten selbst.

Die DT Swiss HX 1501 SPLINE ONE im Test

Genug der Theorie, Zeit, die neuen Schmuckstücke dreckig zu machen. Serienmäßig waren klassische XM 1501-Laufräder mit 40 mm Breite in unserem Testbike verbaut. Die minimal schmaleren Felgen sind beim Fahren kaum spürbar, weshalb auch DT Swiss auf 40 mm oder gar breitere HYBRID-Felgen verzichtet hat. Die 2,8″-MAXXIS-Reifen laufen im leichten FOCUS zu Höchstformen auf und verwöhnen mit viel Traktion und Kurvengrip.

Die 35 mm breiten HX 1501 harmonieren hervorragend mit gängigen 2,6″- und 2,8″-Reifen.

Der Zahnscheiben-Freilauf der HX 1501 verfügt über 24 Zähne und liegt damit zwischen den bisher bekannten Versionen mit 18 bzw. 36 Zähnen. In der Praxis stört der minimal größere Leerlauf gegenüber den 36Z-Freiläufen nicht, da der verzögerte Einsatz des Motors deutlich stärker spürbar ist. Im Dauereinsatz sollen die neuen Zahnscheiben dafür noch mal robuster und langlebiger sein als bisher. Gut gefallen hat uns die einfache Wartung des Systems, für die weder bestimmtes Werkzeug noch besondere Schrauberkünste vonnöten sind.

Bergab überzeugen die neuen HYBRID-Laufräder mit ihrer hohen Steifigkeit.

Im dreimonatigen Einsatz gaben die DT Swiss HX 1501 SPLINE ONE keinen Anlass zur Kritik und präsentierten sich im besten Sinne unauffällig. Beide Laufräder blieben ordentlich zentriert, die Speichenspannung ist nach wie vor gleichmäßig und die Felgen zeigen keinerlei Macken oder Dellen. Klar, wirklich beurteilen lässt sich die Dauerhaltbarkeit erst nach deutlich längeren Laufleistungen, doch wir haben auch bei kürzeren Tests schon einige Defekte an anderen Rädern erlebt und können ein Lied davon singen, wie stark Laufräder im E-MTB-Einsatz beansprucht werden. Defekte am Laufrad sind äußerst ärgerlich und zwingen nicht selten zum Abbruch der Tour, mit DTs neuen HYBRID-Rädern dürfte man jedoch deutlich besser gewappnet sein als mit den meisten konventionellen Produkten.

Fazit

Der erste Eindruck der DT Swiss HX 1501 SPLINE ONE ist durchweg positiv. Ob sie wirklich über viele Jahre problemlos ihren Dienst tun, können wir nach unserem dreimonatigen Testzeitraum noch nicht beurteilen, doch bis jetzt gibt es nichts zu meckern. Der Preis mag zunächst abschrecken, aber er erscheint für die gebotene Qualität durchaus angemessen.

Text: Moritz Dittmar Fotos: Valentin Rühl

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Moritz Dittmar