Neue Wege finden, neue Abenteuer meistern: für alle E-Mountainbiker ein Traum. Deshalb zog es den Alpencross-Experten Andreas Albrecht an den Gardasee, wo er und sein Kumpel Dirk die schönsten Routen für E-Mountainbiker entdeckt haben.

Mit den technischen Möglichkeiten der modernen E-Mountainbikes eröffnen sich ganz neue Perspektiven für die Gestaltung von Touren. Mit ein wenig Übertreibung könnte man sagen, die Tourenbücher müssen für diese Zielgruppe komplett neu geschrieben werden. Gemeinsam mit meinem langjährigen Tourbegleiter Dirk habe ich das ausgiebig getestet. Gleichzeitig haben wir das mit einem zeitigen Start in die Bikesaison verbunden. Dazu bietet zum Beispiel das AktivHotel Santa Lucia in Torbole am nördlichen Ufer des Gardasee ein attraktives Umfeld. Schon im Februar öffnet das ganz auf eine sportive Zielgruppe ausgerichtete Hotel seine Pforten. Oft gibt es dann schon sonnige Tage, an denen man sich gern aufs Rad schwingt. Auf jeden Fall ist es etwas ganz anderes, den Gardasee ohne Trubel zu erleben. Ideal für den Start in die Saison zum Beispiel mit einem ersten Trainingslager oder einfach nur, um ein paar schöne Touren zu fahren. Einige Anregungen sind hier aufgeführt. Die Touren haben Dirk und ich konsequent auf das Befahren mit einem sportlichen eMTB ausgerichtet. Dadurch sind interessante Wegführungen entstanden, die wir teilweise in dieser Form bisher nicht gefahren sind. Oder wir sind an Orte gekommen, wo wir bisher keinen Gedanken darauf verschwendet haben, jemals dorthin zu gelangen. Die Ergebnisse sind aus unserer Sicht sensationell.

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Klar und deutlich muss aber auch gesagt werden: mit einem eMTB ist es nur bedingt sinnvoll, neue Wege und Trails zu erkunden, die man im Vorfeld nicht genau einschätzen kann. Manche Abzweige und Pfade sehen sehr verlockend aus, führen aber unter Umständen in eine steile Felswand oder im Wortsinne in eine Sackgasse. Wenn man den Weg zurück nicht fahren kann, sondern Schieben oder gar Tragen muss, kann das sehr schnell grenzwertig bis unmöglich sein. Dirk und ich haben das auch erlebt. Wir haben deshalb einen zunächst verlockend aussehenden Trail bei der Val Brasa-Tour zunächst zu Fuß erkundet und sind dann umgedreht, als wir gesehen haben, dass ein längerer unfahrbarer Gegenanstieg oberhalb einer Felswand folgt. Es war hart genug, das eMTB über steile Wurzeltrails wieder dorthin zu wuchten, wo einem der E-Antrieb auch etwas nützt. Wenn man aber die notwendige Um- und Vorsicht walten lässt, kommt aber ein ganz neuer Erlebniswert ins Spiel. Ein eMTB macht einfach Spaß an den Stellen, wo man es fahren kann.

Tour 1: Ponalestraße – Pregasina – Punta Larici

Start und Ende: Torbole

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  • Wer zum ersten Mal am Gardasee ist, muss diese Tour zuerst fahren – sei es mit eMTB oder konventionellem Bike
  • In der Saison unter Umständen sehr stark befahren
  • Interessanter Test fürs E-MTB – Akkuleistung, Unterstützungsstufen etc.
  • Zielstellung: soweit wie möglich immer niedrigste Unterstützungsstufe, nur bei Rampen stärkere Unterstützung wählen
  • Wenn der Akku leer ist kann man einfach umdrehen und zurück rollen
  • ein Akku sollte für diese Tour reichen, ansonsten wird es schwierig bei künftigen größeren Bergtouren
  • an der Aussichtsstelle Madonnenstatue nicht auf die Nebenstraße fahren, sondern die Rampe über den Karrenweg in Richtung Pregasina wählen – auch auf dem Rückweg
  • an Bocca Larici kurzer Abstecher zu einem der sensationellsten Fotospots am Gardasee
  • absolutes Must-Ride am Gardasee

Hier geht es zur Tour 1: Ponalestraße – Pregasina – Punta Larici

Tour 2: Tenno – Canale – Campi – Pinza – Bastione – Riva

Start und Ende: Torbole am Aktivhotel

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  • Anfahrt über Römerweg Nago Pratosoiana – Arco
  • Einsame Auffahrt über Volta di No nach Tenno
  • Stippvisite mit kleiner Traileinlage in Frapporta
  • Rampe nach Villa del Monte mit Abstecher zum Künstlerdorf Canale
  • Vom Tennosee nach Campi
  • Strada della Luna nach Pinza
  • Bei der Abfahrt nach Riva Abstecher zur Bastione nicht vergessen
  • Dann geht es gemütlich am Seeufer zurück nach Torbole
  • Fordernde Tour auf vielen Wegen, die selbst in der Hochsaison kaum befahren werden

Hier geht es zur Tour 2: Tenno – Canale – Campi – Pinza – Bastione – Riva

Tour 3: Val Brasa – Strada della Forra

Start und Ende: Torbole am Aktivhotel

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  • Anfahrt über Gardesana von Riva aus in Richtung Limone und weiter bis Campione
  • Auffahrt auf Strada della Forra nach Pieve durch einen spektakulären Canyon
  • ggf. schon den Abzweig nach Tremosine nutzen (nach Campione folgt noch ein langer Tunnel)
  • falls Schiffe wieder Campione anfahren sollten, unbedingt diese Möglichkeit nutzen
  • in Pieve Rast unbedingt an der Schauderterasse (terrazza brivido) im alten Ortskern von Pieve beim in der Nähe der Kirche die zweite Schauderterasse befindet sich unweit beim Hotel Panorama
  • weiter Richtung Vesio
  • steile Auffahrt zum Nebengipfel des Monte Bestone mit sensationellem Blick über den gesamten Gardasee
  • kurze Trailabfahrt Richtung Ustecchio und weiter auf Nebenstrecken hinunter nach Limone
  • Empfehlung: mit Schiff zurück nach Riva/Torbole
  • eindrucksvolle Tour zur alten Küstenstraße von Campione nach Tremosine

Achtung! – die Anfahrt über die Gardesana mit ihren vielen Tunnels ist nur zu empfehlen außerhalb der Saison

Für Radfahrer ist bei Tunnelbefahrung Pflicht: Licht am Rad und Tragen einer Warnweste

Hier geht es zu Tour 3: Val Brasa – Strada della Forra

Tour 4: Dosso di Croce – Marocche

Start und Ende: Torbole am Aktivhotel

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  • Anfahrt über Radweg Torbole Arco
  • Weiter in Richtung Norden mit Stippvisite am Canyon des Rio Sallagoni unterhalb von Drena
  • Entlang des Höhenzuges zwischen Lago di Cavedine und Cavedine
  • Durch das Val dei Cingheni auf Schotterpisten und Trails
  • Abfahrt zum Lago di Cavedine, Rast an Bar Pedrotti möglich
  • Trailverbindung zum Radweg Sentiero Marocche bis Dro
  • Eispause bei Gelateria Maui
  • Weiter nach Ceniga
  • Dort über Römerbrücke zurück nach Arco und auf Radweg zurück zum Gardasee
  • Schöne Warmup-Tour im einsamen Hinterland des Gardasees

Hier geht es zu Tour 4: Dosso di Croce – Marocche

Text & Bilder: Andreas Albrecht