Winter macht keinen Spaß! Um die nasse Jahreszeit genießen zu können, müsst ihr sie außerhalb eurer Klamotten halten. Wir haben sieben der besten MTB-Regenjacken auf ihre Wintertauglichkeit getestet.

Ihr kennt alle den Spruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Wer so was von sich gibt, wurde noch nie von Regentropfen bombardiert, während er sich mit letzter Kraft an einem Berghang festkrallte – manchmal ist das Wetter einfach kacke. In diesen Situationen macht eine gute Jacke den Unterschied zwischen einem Humor-Ausfall und einer lebensgefährlichen Notlage.

Der Winter ist da, die Trails sind feucht und es ist richtig kalt – höchste Zeit euch eine gute Regenjacke zuzulegen.
Der Winter ist da, die Trails sind feucht und es ist richtig kalt – höchste Zeit euch eine gute Regenjacke zuzulegen.

Was eine Jacke wasserdicht macht

Generell gibt es zwei Arten von Regenjacken: Wasserabweisende Jacken mit einer dauerhaften, wasserabweisenden Beschichtung, lassen Wasser einfach ablaufen. Wasserabweisende Jacken sind günstiger, dafür weniger atmungsaktiv und mit der Zeit nutzt sich die Beschichtung ab und muss erneuert werden. Die teureren wasserdichten Jacken haben eine Membran, die zwischen den einzelnen Schichten steckt und kleine Poren hat. Diese mikroskopischen Poren sind groß genug, um Wasser (Schweiß) nach außen verdunsten zu lassen, aber zu klein, um Wassertropfen von außen (Regen) durchzulassen. Deshalb solltet ihr teure wasserdichte Jacken auch nie mit Weichspüler waschen, weil dieser die Poren verstopfen kann. Bekannte Membranen wie GORE-TEX sind hoch atmungsaktiv und bieten hervorragenden Schutz gegen den Regen, nicht aber für den Geldbeutel.

Der Winter ist da! Geht nie ohne eine anständige Jacke vor die Tür. Wir haben die beste gefunden.
Der Winter ist da! Geht nie ohne eine anständige Jacke vor die Tür. Wir haben die beste gefunden.

Wie wasserdicht ist „wasserdicht“?

Wenn ihr euch die Jacken genauer anschaut, werdet ihr eine Menge verwirrender Zahlen finden, z. B. „wasserdicht bis 10.000 mm“ oder „atmungsaktiv bis 12.000 g/m²“. Was zur Hölle soll das heißen? Grundsätzlich heißt das, dass ihr ein Rohr von 1×1 Zoll Grundfläche auf das Material stellen und es bis zu einer Höhe von 10.000 mm (10 m) mit Wasser füllen könnt, bevor Wasser durch den Stoff kommt. Je höher die Nummer, desto wasserdichter ist der Stoff. Während 5.000–10.000 mm hohe Wassersäulen für den Normalgebrauch ausreichend sind, sollte es bei längeren Bergtouren etwas mehr sein. Bei der Atmungsaktivität bedeuten 12.000 g/m², dass pro Quadratmeter Stoff innerhalb von 24 Stunden 12.000 g Wasser von der Innenseite auf die Außenseite transportiert werden. Auch hier gilt: Je höher die Zahl, desto höher die Atmungsaktivität und vermutlich der Preis.

Die besten Jacken haben sowohl bei der Wassersäule als auch bei der Atmungsaktivität hohe Werte.
Die besten Jacken haben sowohl bei der Wassersäule als auch bei der Atmungsaktivität hohe Werte.

Verschweißte Nähte – überall oder nur an kritischen Stellen?

Verschweißte Nähte sind wichtig. Das heißt, dass die kleinen Löcher der Nähmaschine überklebt sind, um besten Schutz zu gewährleisten. Bei den besten Jacken sind alle Nähte verschweißt, bei den günstigeren findet sich dieses Feature nur an den kritischen Stellen wie den Schultern oder dem Rückenteil.

Wirklich gute Jacken werden komplett verschweißte Nähte haben, sodass auch dort kein Wasser eindringen kann.
Wirklich gute Jacken werden komplett verschweißte Nähte haben, sodass auch dort kein Wasser eindringen kann.

Passform und Design – die Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Die Jacken fürs Mountainbiken haben eine andere Passform als Jacken für andere Sportarten. Sie haben heutzutage meist einen anatomischen Schnitt, bei dem Ärmel und Rückenteil etwas länger ausfallen, damit man in der normalen Fahrposition etwas mehr Schutz hat. Gute Jacken haben neben diesem athletischen Schnitt auch genügend Flexibilität an den Schultern, um Gas geben zu können und um beim Fahren nicht zu behindern. An manchen Jacken finden sich inzwischen Stretcheinsätze für zusätzlichen Komfort.

Manche der teureren Jacken haben hochflexibles Material, auch wenn dafür Abstriche bei der Wasserdichtigkeit gemacht werden müssen.
Manche der teureren Jacken haben hochflexibles Material, auch wenn dafür Abstriche bei der Wasserdichtigkeit gemacht werden müssen.

Unter der Haube

Egal, wie wasserdicht eure Jacke ist – ohne Kapuze seid ihr im strömenden Regen schneller nass, als ihr fahren könnt. Die meisten der Jacken im Test hatten Kapuzen und bei den besten passten diese auch über den Helm, damit ihr komplett trocken bleibt. Am allerbesten sind die Kapuzen, die in Höhe und Volumen einstellbar sind.

Eine gute Kapuze schützt euch und hält euch trocken, wenn das Wetter eklig wird. Die besten passen über euren Helm.
Eine gute Kapuze schützt euch und hält euch trocken, wenn das Wetter eklig wird. Die besten passen über euren Helm.

Kocht nicht in eurem Saft, lasst Luft rein!

Es ist nicht immer auch kalt, wenn es regnet, und auch unter der atmungsaktivsten Jacke wird es brühwarm, wenn es den Berg hoch geht. Radfahren ist eine anstrengende Sache und Belüftungsöffnungen bringen mehr Luft als eine Membran. Die besten Jacken haben Öffnungen auf der Brust und unter den Armen, die sich aufzippen lassen und Luft unter die Jacke bringen. Je schneller die Luft in die Jacke strömt, desto weniger Feuchtigkeit baut sich auf und desto trockener bleibt ihr. Öffnungen am Rücken sind weniger sinnvoll, da sie ineffektiv werden, sobald man einen Rucksack trägt.

 Wenn es doch mal wärmer wird, halten euch die Belüftungsöffnungen kühl und trocken.
Wenn es doch mal wärmer wird, halten euch die Belüftungsöffnungen kühl und trocken.

Was ist in euren Taschen?

Wenn ihr Handy und Karte mitnehmen wollt, sucht euch eine Jacke mit großen Taschen aus. Wir sind Fans von Jacken mit einer gesonderten Reißverschlusstasche, damit das Handy nicht jedes Mal in den Matsch fliegt, wenn man einen Riegel aus der Tasche fischt.

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Mehr Farben als schwarz und weiß

Jeder mag cooles Schwarz, in dem man sich fühlt wie im SWAT-Team. Wenn eure Jacke zum Hometrails-Ballern und für die Feierabendrunde taugen soll, ist jede Farbe akzeptabel. Wenn ihr damit in die Berge wollt, helfen leuchtende Farben, euch auf weite Entfernung sichtbar zu machen.

Ninjaschwarz ist zwar cool, mit leuchtenden Farben sieht man euch aber deutlich besser. Stecht aus der Masse hervor!
Ninjaschwarz ist zwar cool, mit leuchtenden Farben sieht man euch aber deutlich besser. Stecht aus der Masse hervor!

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