Die Bikes von Cannondale haben schon immer polarisiert. In der Vergangenheit war es die Lefty-Federgabel, die für Aufsehen gesorgt hat, jetzt ist es die aufwendige Integration des Bosch-Antriebs inkl. Akku im Unterrohr des Cannondale Moterra 1. Wir haben herausgefunden, ob sich das aufwendige Konzept auszeichnet.

Cannondale Moterra 1 | 5.999 € | 23,23 kg | Bosch
Cannondale Moterra 1 | 5.999 € | 23,23 kg | Bosch

„Form follows function“ ist der erste Gedanke, der einem beim Betrachten des neuen Cannondale Moterra 1 in den Kopf schießt. Auf das Rad übertragen bedeutet das einen extra tiefen Schwerpunkt, kurze Kettenstreben und die Möglichkeit, einen Flaschenhalter im Rahmendreieck zu montieren. Umgesetzt hat Cannondale das mit einer eigens entwickelten Motoraufnahme und einem aufwendig gefertigten Unterrohr, das den Akku von vorne aufnimmt. Damit dieser nicht durch Steinschläge beschädigt werden kann, wird er in Serie von einem Cover sowie dem sogenannten BatStrap, einem extra dicken Gummiband, gesichert. Das Moterra 1 verfügt über 130 mm Federweg an Front und Heck, die von einem edlen FOX Factory-Fahrwerk in Zaum gehalten werden. Für den nötigen Grip sorgen Schwalbe Nobby Nic-Reifen in 2,8″ Breite. Da das Moterra nicht nur wuchtig aussieht, sondern mit über 23 kg auch nicht gerade leicht ist, hätten wir uns bei der Shimano XT-Bremse größere Bremsscheiben gewünscht – 180 mm sind zu wenig. Sonst leistet sich das Rad in der Ausstattung aber keine Schwächen und überzeugt mit einer durchdachten Komponentenwahl.

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Auf dem Rad in Größe M sitzt man als 180 cm großer Fahrer sehr aufrecht, dennoch klettert das Rad – wie nahezu jedes E-Mountainbike – sehr gut bergauf und begeistert dank der voluminösen Reifen mit viel Traktion und Komfort. Auf flowigen und kurvenreichen Trails bergab spürt man dann zum einen den tiefen Schwerpunkt, zum anderen aber auch das hohe Gewicht des Bikes. Es setzt Richtungswechsel zwar schnell und präzise um, benötigt aber etwas mehr Körpereinsatz als die im Schnitt 1 kg leichteren Konkurrenten. Bei schnellen, harten Schlägen, wie sie bei Wurzelteppichen auftreten, wirkt der Hinterbau etwas überdämpft und kann dem Untergrund nicht immer folgen. Im Gegenzug vermittelt er jedoch viel Feedback und ermöglicht eine verspielte Fahrweise. Die Möglichkeit, trotz Bosch-Antrieb eine Trinkflasche zu montieren, ist genial!

Helm Giro Montaro | Jersey Alpinestars Pathfinder | Shorts Alpinestars Drop Shorts | Rucksack CamelBak H.A.W.G.
Helm Giro Montaro | Jersey Alpinestars Pathfinder | Shorts Alpinestars Drop Shorts | Rucksack CamelBak H.A.W.G.

Das Cannondale Moterra 1 im Detail

Federgabel FOX 34 Factory FIT 4 E-Bike 130 mm
Dämpfer FOX FLOAT Factory 130 mm
Motor / Akku Bosch Performance CX 500 Wh
Bremsen Shimano XT
Schaltung Shimano XT
Sattelstütze KS LEV Integra
Vorbau Cannondale C3 55 mm
Lenker Cannondale C2 780 mm
Reifen Schwalbe Nobby Nic 2,8″
Felgen / Naben DT Swiss XM 551 / Formula Disc

Ausgefeilt Um einen möglichst tiefen Schwerpunkt bei gleichzeitig hoher Steifigkeit zu realisieren, hat Cannondale das hydrogeformte Unterrohr abgeflacht und mit einem Gusset verstärkt.
Ausgefeilt
Um einen möglichst tiefen Schwerpunkt bei gleichzeitig hoher Steifigkeit zu realisieren, hat Cannondale das hydrogeformte Unterrohr abgeflacht und mit einem Gusset verstärkt.
No-Go Kleine Bremsscheiben und schwere E-Mountainbikes sind eine Kombination, die auf Dauer keinen Spaß macht. Unser Tuningtipp: direkt 200-mm-Scheiben nachrüsten. Sie bieten auf langen Abfahrten deutlich mehr Reserven und erhöhen so Fahrsicherheit und Fahrspaß.
No-Go
Kleine Bremsscheiben und schwere E-Mountainbikes sind eine Kombination, die auf Dauer keinen Spaß macht. Unser Tuningtipp: direkt 200-mm-Scheiben nachrüsten. Sie bieten auf langen Abfahrten deutlich mehr Reserven und erhöhen so Fahrsicherheit und Fahrspaß.
Aufwendig Dem Team von Cannondale war bei der Entwicklung des Moterra kein Aufwand zu groß und so konstruierte es eine eigene Motorenaufhängung, um optimale Lagerpunkte und kurze Kettenstreben zu realisieren. Die offene Bauweise lockert die voluminöse Silhouette etwas auf, ist aber Geschmackssache.
Aufwendig
Dem Team von Cannondale war bei der Entwicklung des Moterra kein Aufwand zu groß und so konstruierte es eine eigene Motorenaufhängung, um optimale Lagerpunkte und kurze Kettenstreben zu realisieren. Die offene Bauweise lockert die voluminöse Silhouette etwas auf, ist aber Geschmackssache.
BatStrap Bei unserem Testbike war der Akku lediglich mit dem sogenannten BatStrap gegen Beschädigungen geschützt, in Serie wird das Rad jedoch zusätzlich mit einem Kunststoff-Cover für den Akku ausgeliefert. Bedenken unbegründet!
BatStrap
Bei unserem Testbike war der Akku lediglich mit dem sogenannten BatStrap gegen Beschädigungen geschützt, in Serie wird das Rad jedoch zusätzlich mit einem Kunststoff-Cover für den Akku ausgeliefert. Bedenken unbegründet!

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Fazit

Cannondale ist der Einstieg in das E-Mountainbike-Segment gelungen. Das Moterra 1 überzeugt mit vielen durchdachten Detaillösungen und gutem Handling. Die Optik blieb dabei jedoch leider auf der Strecke.

Stärken:

– verspieltes Handling
– gute Balance in Kurven
– Flaschenhalter-Montage möglich

Schwächen:

– Hinterbau kommt bei schnellen Schlägen nicht mit
– kleine Bremsscheiben

Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website des Herstellers!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was sind die spannendsten E-Mountainbikes 2017? 10 Bikes im Vergleich

Alle Bikes im Test: Bulls Six50 E FS3 | CUBE Stereo Hybrid 140 HPA 27.5 SLT | MERIDA eONE-TWENTY 900 E | Moustache Samedi 27 Race 9 | ROTWILD R.X+ FS EVO | SCOTT E-Genius 700 Tuned | Specialized Turbo Levo FSR ST Comp 29 | Stevens E-Whaka+ ES | Trek Powerfly 9 FS Plus

Text & Fotos: Christoph Bayer