Nicht nur der Name des BULLS E-Core klingt martialisch, auch mit der ganz in Schwarz gehaltenen Optik lässt das Bike die Muskeln spielen. Wie potent es wirklich ist, verrät dieser Test.

Bulls E-Core Di2 FS 27,5+ | 5.899 € | 23,96 kg | Shimano

BULLS hat bei der Entwicklung der neuen E-Mountainbikes weder Mensch noch Material geschont und beim härtesten Etappenrennen der Welt, dem Cape Epic, einen knallharten Praxistest absolviert. Die dort gewonnenen Erfahrungen flossen mit in die Entwicklung des neuen E-Core ein. Das von uns getestete Topmodell besitzt 150 mm Federweg, breite 27.5+ Reifen und einen integrierten Shimano STEPS E 8000-Antrieb mit 500 Wh starkem Akku. Abgerundet wird die Ausstattung von einer elektronischen Shimano XT Di2-Schaltung und einem RockShox-Fahrwerk mit einer Yari-Federgabel und einem Deluxe-Dämpfer. Die verbaute MAGURA Vyron-Teleskopstütze schlägt mit 400 € Aufpreis zu Buche. Aufgrund der Verzögerung bei der Bedienung der kabellosen Stütze würden wir hier jedoch zu einem anderen Modell greifen.

Die Sitzposition auf dem E-Core ist aufgrund des langen Hauptrahmens und des 70 mm langen Vorbaus leicht gestreckt, aber durchaus komfortabel. Angenehm zentral sitzt man auf dem Rad, was sich bergauf positiv bemerkbar macht. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir mit einem steigenden Vorderrad zu kämpfen. Der Hinterbau bietet gute Traktion und sackt auch in steilen Uphills nicht weg – sehr gut! Bergab zeigt sich das E-Core allerdings gar nicht so radikal, wie man es aufgrund der Optik und des Namens vielleicht vermuten würde. Im Gegenteil: Zwar sorgt das hohe Gesamtgewicht von 23,96 kg für ein sehr sattes Fahrgefühl, bei höheren Geschwindigkeiten gerät das Rad jedoch relativ schnell aus der Ruhe und auch schnelle Richtungswechsel erledigt es nur mit Nachdruck. Die dünnwandigen Schwalbe Rocket Ron-Reifen in der harten Performance-Variante, der lange Vorbau und die verbauten Griffe limitieren die Performance zusätzlich. Schade, denn das Fahrwerk hätte Potenzial.

Helm Troy Lee Designs A1 | Jersey Sweet Protection Chumstick | Shorts Sweet Protection El Duderino-Shorts | Rucksack USWE AIRBORNE 15l

Das BULLS E-Core Di2 FS 27,5+ im Detail

Federgabel RockShox Yari RC 150 mm
Dämpfer RockShox Deluxe RT 150 mm
Motor / Akku Shimano Steps E8000 MTB / 500 Wh
Bremsen Magura MT5 / MT4
Schaltung Shimano XT Di2
Sattelstütze Magura Vyron elect
Vorbau Bulls 70 mm
Lenker Bulls 740 mm
Reifen Schwalbe Rocket Ron 2,8″
Felgen / Naben BULLS AS-35P / STYX Alu

Praktisch
Dank des von unten ins Unterrohr eingeschobenen Akkus kann im Rahmendreieck ein Flaschenhalter montiert werden – sehr gut!
Geschmackssache
Die ergonomischen Griffe passen letzten Endes gut zum Einsatzbereich des E-Core. Trailridern bieten sie zu wenig Halt, doch für entspannte Touren auf Forstwegen sind sie durchaus geeignet.
Direkt ersetzen
Die Schwalbe Rocket Ron Performance-Reifen konnten im Gelände überhaupt nicht überzeugen. Sie neigen zu sehr starkem Walken, bieten wenig Grip und kaum Pannenschutz.
All Black
Das Farbkonzept des BULLS gefällt: all black. Der Akku wird von unten in das Unterrohr gesteckt und kann zum Laden entnommen werden.

Die Geometrie des Bulls E-Core Di2 FS 27,5+

Fazit

Das BULLS E-Core erweist sich eher als Forstweg-Tourer mit viel Komfort statt als potentes Bike für maximalen Trailspaß. Es klettert gut bergauf, wird bergab jedoch durch das hohe Gewicht und die zum Teil unpassenden Komponenten gebremst.

Stärken

– komfortable Sitzposition
– klettert kraftvoll bergauf
– Flaschenhalter kompatibel

Schwächen

– behäbiges Handling
– Schwächen in der Ausstattung

Weitere Informationen findet ihr auf bulls.de!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was ist das beste E-Mountainbike 2017? – 14 Modelle im Test

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Text & Fotos: Christoph Bayer

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Christoph Bayer